"David ist ein echt cooler Typ"
Der 27-jährige Gitarrist Alex Kabasser über seinen Bühnen-Partner David Hasselhoff, Baywatch und seine Heimat Klagenfurt.

Foto © KLZ/WeichselbraunKabasser hat bereits mit neun Jahren Gitarre gespielt
Sie sind 27 Jahre alt und als Gitarrist bereits mit Weltstar David Hasselhoff auf der Bühne gestanden. Wie kam es dazu?
ALEX KABASSER: Ich hatte vor Jahren mal Kontakt zu der Sängerin der Band ,Egon 7'. Sie kamen dann über den Konzertveranstalter zu David Hasselhoff, quasi als Tourband. Weil sie einen zweiten Gitarristen brauchten, haben sie mich gefragt. Ich weiß es noch genau, das war am 30. Dezember letzten Jahres. Es war alles sehr kurzfristig, drei Wochen zuvor gingen die ersten Proben los.
Wie fühlt es sich an, mit Hasselhoff gemeinsam aufzutreten?
KABASSER: Sehr cool. Stressfrei, total angenehm. Er ist ein charismatischer, cooler Typ. Die ganze Aufmerksamkeit ist bei ihm, wenn er auftritt - dieser Zwei-Meter-Typ. Er ist total nett, unkompliziert, war nie ungut und hat es nie rübergebracht, dass er der große Star ist. Vom Arbeiten her war es super, musikalisch war es aber recht anspruchslos. Es ging ja auch mehr um die Show.
Man kennt Hasselhoff als Schauspieler in "Baywatch" oder "Knight Rider". Zählen diese Serien auch zu ihren Jugendserien?
KABASSER: Freilich, deshalb war es für mich keine Frage, mit ihm auf Tour zu gehen. Es gibt Leute, die musikalische Skrupel haben und sagen, Schlager das spiele ich nicht. Aber es geht hier um den Typ. Er ist auch extrem bekannt, sogar bei meiner lieben Oma und die ist 85.
Sie waren mit Hasselhoff auch viel im Ausland unterwegs. Glauben Sie, dass man auch bei uns als Musiker bestehen kann?
KABASSER: Es ist heute schon sehr gut möglich, über die Grenzen hinaus von einem Ort zu agieren. Als Künstler muss man vielfältig sein und nicht nur seine Konzerte runterspielen. Man muss auch Auftragsarbeit erledigen.
Was macht für Sie einen erfolgreicher Musiker aus?
KABASSER: Man muss Teamplayer sein, vor allem in einer Band. Solo ist das eine andere Kiste, da muss man gut sein. Man braucht Talent, daraus muss man was machen, indem man viel übt, hart arbeitet. Und dann braucht man die richtigen Connections und ein bisschen Glück. Man muss eben ein Ziel vor Augen haben.
Sie haben schon mit neun Jahren Gitarre gelernt. Wussten Sie gleich, dass Sie als Gitarrist Karriere machen werden?
KABASSER: Mit 14 oder 15 Jahren hatte ich einmal einen Hänger. Da hat es mich nicht so gekümmert. Ich kann mich noch erinnern, da war ich stolz darauf, dass Spinnweben auf meinem Gitarrenkoffer waren. Ich habe dann aber wieder reingefunden, andere Musikrichtungen entdeckt.
Wie würden Sie Ihre Musikrichtung beschreiben?
KABASSER: Meine Musik soll melodiös sein mit der richtigen Portion Groove. Es ist mir wichtig, dass es hörbar bleibt, nicht zu virtuos wird. Und es soll in Erinnerung bleiben. Meine besondere Leidenschaft ist die Verschmelzung von Fingerstyle und Percussion, aber auch Klassik.
Auf Ihrer CD "Dawning" sind alles Eigenkompositionen zu finden. Wie entstehen Ihre Lieder?
KABASSER: Meistens aus Höhen und Tiefen in meinem Leben. Je nach Inspiration.
Sind Sie ein anderer Mensch, wenn Sie auf der Bühne stehen?
KABASSER: Nein, ich versuche ich selbst zu sein. Es ist sehr wichtig, mit dem Publikum in Interaktion zu treten, auch Blickkontakt zu halten. Das ist schwierig, wenn man sehr auf sein Instrument fixiert ist. Ich versuche in die Menge zu schauen. Es ist total beruhigend wenn man sieht, dass die Leute mitgehen. Was ich vor einem Auftritt mache ist, mir den Saal genau anzusehen. Links und rechts, um dann auch zu wissen, wie weit der Klang hinausgeht.
Sie leben in Graz. Welchen Bezug haben Sie noch zu Klagenfurt?
KABASSER: Meine Heimat ist mein Ruhepol und meine Eltern sind auch hier daheim. Ich treffe auch meine Geschwister hier. Im Sommer kommen wir dann alle am See zusammen. Der See ist für mich schwer abzugewöhnen.
Haben Sie einen bestimmten Kraftort in Klagenfurt?
KABASSER: Die Seepromenade in Pörtschach oder einfach raus auf den Wörthersee mit einem Ruderboot. Das ist entspannend.
Haben Sie ihre Gitarre auch bei Heimatbesuchen immer mit?
KABASSER: Ja, ich habe fast immer eine Gitarre in meinem Auto und mit jeder einzelnen verbinde ich etwas Besonderes.
Features
Foto

Bild vergrößernAlex Kabasser im Gespräch mit "Kleine"-Redakteurin Martina Schmerlaib Foto © KLZ/Weichselbraun
Zur Person
Geburtstag. 22. September 1983 in Klagenfurt
Wohnort. Graz
Familie. Feste Beziehung mit Freundin Gerhild
Ausbildung. Musikschule Klagenfurt, Konservatorium in Graz, Medizinstudium in Graz, derzeit Studienlehrgang für Popularmusik am Konservatorium in Graz
Lieblingsfarbe. Dunkelblau
Augenfarbe. Braun
Hobbys. Kochen, Sporteln und Laufen
CD. Titel: "Dawning"
Wortspenden
Facebook. Geht sehr viel Zeit drauf
Musik. Ist überall
Familie. Später sicher
Gitarrensaiten. Elixir Nanoweb 0.12 auf 56
Liebe. Funktioniert
Bühne. Einer meiner schönsten Plätze
Heimat. Wo gute Freunde sind
Zahnarzt. Hab ich keine Angst
Lieblingsserie. Dexter
Frühstück. Zwischen sieben und neun Uhr
Bäume. Ohne Bäume keine Gitarren













