Hochsaison für Wespen
Die Kärntner Feuerwehren sind überrascht: Noch nie haben so viele verängstigte Anrufer um Hilfe gegen beunruhigende Wespennester gebeten.

Foto © FF ST.VEIT/KK Gefährlicher Einsatz: St. Veiter Feuerwehrmänner bekämpfen ein großes Wespennest
Sie sind überall! Sie stören Grillfeiern und nehmen ungefragt am Frühstückstisch Platz. Keine Frage: Es ist das Jahr der schwarz-gelben Insekten! Sagen die Experten. Markus Tschischej, Leiter des Pflanzenbaureferates in der Landwirtschaftskammer: "Wir haben ein arges Wespen-Jahr. Der Winter war relativ kalt, trotzdem haben viele überlebt." Und das Wetter im Frühling und bisherigen Sommer war einfach ideal für die Wespen.
562 Einsätze im Juli
Bei den Feuerwehren herrscht "Wespen-Alarm": Bis zu 20 Mal täglich rücken die Feuerwehrmänner aus, um Nester in Baumhöhlen, Dachböden, in Sträuchern oder auch hinter Hausfassaden zu beseitigen. Hermann Maier, Leiter der Landesalarm- und Warnzentrale, bestätigt: "Wir haben heuer einen massiven Anstieg von Einsätzen."
In Zahlen: Im Juni wurden kärntenweit 86 Einsätze verzeichnet, 19 waren es lediglich 2010. Im Juli erreichte man mit 562 (!) Einsätzen einen noch nie da gewesen Rekordwert. Zum Vergleich: Im Juli 2010 rückte die Feuerwehr "nur" 113 Mal aus. In diesem Stil geht es weiter: Im August 2010 sind 112 Einsätze verzeichnet. In den ersten beiden August-Tagen waren es heuer aber schon 35 Einsätze!
Und ein Ende ist nicht absehbar. "Es geht im Moment sehr turbulent zu. Allein wir bekommen jeden Tag rund sechs Anfragen", sagt Jürgen Sampl von der Freiwilligen Feuerwehr St. Veit.
Wespen-Einsätze sind selbst für die erfahrenen Feuerwehrmänner mit ihren Schutzanzügen eine Herausforderung. Und manchmal gar nicht so ungefährlich. "Es kommt immer wieder vor, dass die Leute einige Stiche abbekommen, vor allem ins Gesicht", sagt Sampl. Jagd auf Wespen machen nur mehr die freiwilligen Feuerwehren. In Klagenfurt und Villach wird die Wespen-Bekämpfung seit Jahren von speziellen Firmen durchgeführt. Die Einsätze werden meistens zeitig in der Früh oder spät am Abend durchgeführt. Obwohl Wespen nicht unter Naturschutz stehen, führen die Feuerwehrmänner - wenn es möglich ist - eine Umsiedelung durch.
Zu einem spektakulären Einsatz kam es für die FF Spittal/Drau am Dienstag: Eine 94-jährige Frau wurde von 20 Erdwespen gestochen. Sie war beim Blumengießen auf das Nest, das sich neben einem Treppenaufgang befand, gestoßen. Die Frau befindet sich auf dem Weg der Besserung.












