Einfach, kompliziert und reduziert
Von Manderln, Weiberln, menschlischen Körpern und einem Künstlerpaar aus England.

Foto © RainerIn Velden gelandet: Pop-Art-King Romero Britto
Altes Casino
In der Kunst wird nicht selten hoch angesetzt. Im Anspruch und in den Preisen. Beides gründet primär in Mythen rund um eines Künstlers Biografie und sein einzigartiges Genie. Beides steht auch in Rede bei Romero Britto, dem als "Hofmaler des Weißen Hauses" der Ruf vorauseilt, ein "König der amerikanischen Pop- Art" zu sein.
Der 48-jährige Brasilianer, der in Florida lebt und arbeitet, den neben Barack Obama und Arnold Schwarzenegger angeblich auch Steffi Graf und Cindy Crawford bewundern, gibt derzeit Velden die Ehre. Auch Fußballgott Pele soll die "neue Pop-Art-Ikone" schätzen. Britto erzeugt herzige Acrylbilder auf Leinwand oder Siebdrucke und Plastiken von Viecherln, Manderln, Weiberln, Blümchen, Sternchen, Herzerln und Spielsachen. Und er dekoriert damit Regenschirme, Reisekoffer, Windlichter, Salz- wie Pfefferstreuer und ähnlich nützliches. Eine Versammlung banaler Schlichtheit. Ihr, der heiter bunten Welt Romero Brittos, sind zur Steigerung der Bedeutungshöhe einige wenige Serigraphien der Pop-Art-Altmeister Andy Warhol, Tom Wesselmann und Russell Young zur Seite gestellt. Diese eigenartige Mischung findet ihre Klärung im Parkbereich der Villa Bulfon, wo Popartiges in Gestalt "monumentaler Skulpturen" (die so groß nicht sind), mit dem Verzicht auf irgendeinen Ausdruck und tiefere Bedeutung, fidel den Stand möbliert. Mit 62.000 Euro und etwas weniger pro Skulptur gehört man, neben den Kennedys und Rothschilds, zu den Fans des Künstlers. Allein, warum diese Höhe? Hängt es tiefer!
Ikonen der Pop-Art. Altes Casino. Velden. Tägl. 15-22 Uhr Bis 14. August
Galerie Rimmer
Dass Iliev Iskren zeichnen kann, ist evident. Vielleicht besser als er demonstriert. Zumindest die Radierungen lassen Sorgfalt missen. Auch wenn sie im Charakter von Studien oder Skizzen angelegt sind. Klare Überlegung und Genauigkeit ist auch dabei gefragt. Die Umsetzung in großformatige Malereien führt zu geringer Spannung.
Zu sehen sind menschliche Körper, Gesichter und Hände in unterschiedlich gestischen Posen. Thematisch versammelt unter dem Titel "alter ego". Die mit einer schmalen, erdfarbig gebundenen Palette entwickelten Figuren atmen einen Realismus, der nicht so recht weiß, ob er fantastisch, hyper, neo, magisch, surreal oder expressiv sein soll. Die Körperlichkeit im Gegenüber der Bilder bleibt oberflächlich. Man muss das nicht für unergründlich halten.
Iliev Iskren. Galerie Rimmer. Velden am Wörthersee. Do./Fr. 10-13 und 15-18, Sa. 10-14 Uhr. Bis 27. August.
rittergallery
Man sieht, was man zu kennen glaubt. Ist das kompliziert, wird reduziert. Das führt zu übersichtlichen, klaren Formen und Farben. Da aber alles doch nicht so simpel ist, kann man das vielfältig Einfache in Schichten übereinander legen.
Wo zwei dasselbe sehen, erkennen sie nicht unbedingt das gleiche. Das merkt man, wenn sie es in Malerei umsetzen. Ein Künstlerpaar aus England tut das. Entstanden sind farbschöne Kompositionen unterschiedlichen formalen Zuschnitts. Einmal von Carol Robertson dynamisch angelegte Bögen neben überwiegend konzentrisch angeordneten Kreisen; von Trevor Sutton säuberlich aneinandergereihte Rechtecke. Die Gegenüberstellung macht einsichtig, dass "double vision" nicht nur ein Augenleiden sein muss. Es sind meditative Kompositionen mit auf das Malerische reduzierten Bildgehalten.
Carol Robertson / Trevor Sutton. rittergallery. Klagenfurt. Di.-Sa. 10.30-13 Uhr und nach Vereinbarung (Tel. 0664 3070854). Bis 30. Juli













