Ragger will Jugendliche an den Pranger stellen
Laut Sozial-Landesrat Christian Ragger (FPK) sollen Jugendliche "nach außen sichtbar" mit Sozialarbeit sanktioniert werden. Für diese Pläne erntet er heftige Kritik.

Foto © APA/EggenbergerSozial-Landesrat Christian Ragger (FPK)
Für heftige Debatten sorgt in Kärnten derzeit FPK-Soziallandesrat Christian Ragger. Er will Jugendliche, die gegen Jugendschutzbestimmungen verstoßen, zum Sozialdienst verpflichten, die entsprechende Gesetzesnovelle ist bereits in Kraft. Ein Zitat in der "Woche" wonach Ragger gesagt habe, die Jugendlichen würden "zur Kennzeichnung" in orange Jacken gesteckt werden, hat scharfe Proteste ausgelöst, Ragger selbst bestreitet diese Aussage.
"Ich habe gesagt, dass Jugendliche, die etwa ihren Sozialdienst beim Straßendienst versehen, orange Jacken anziehen müssen, damit sie auf der Straße gesehen werden", betonte Ragger am Freitag gegenüber der APA. Die jungen Menschen an den Pranger zu stellen, sei von ihm nie geplant gewesen. So würde es solche Sozialdienste etwa auch in Pflegeheimen geben, dort gebe es selbstverständlich keine orangen Jacken. "Das ist missverstanden worden", betonte er nochmals.
Bis zu 100 Stunden Sozialdienst soll es für Kärntens Jugendliche künftig geben, exekutiert würde dies aber nicht beim ersten Vergehen. "Da soll es Gespräche geben, die der Aufklärung dienen", sagte Ragger. Erst wenn dies nichts fruchte, werde der Dienst angeordnet. Ein entsprechendes Pilotprojekt sei gerade im Bezirk St. Veit/Glan in Vorbereitung, 17 Jugendliche sollen dort als Wiedergutmachung Sozialdienst leisten. Ragger setzt darauf, dass diese Arbeitseinsätze in den Jugendgruppen als Mittel dafür dienen, "zu sehen, dass Fehlverhalten nicht ohne Konsequenzen bleibt".
Die SPÖ wirft Ragger ungeachtet dessen Dementis vor, Jugendliche stigmatisieren zu wollen. Dies sei menschenrechtswidrig, kritisierte etwa SPÖ-Vorsitzender Peter Kaiser. Auch die Grünen finden die Ideen des Landesrates "menschenverachtend" und lehnen sie kategorisch ab. "Woche"-Chefredakteur Uwe Sommersguter bleibt übrigens dabei, den FPK-Politiker korrekt zitiert zu haben.














