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Zuletzt aktualisiert: 27.05.2011 um 19:31 UhrKommentare

Der wundersame Trick der Geldwäscher

Zwei nigerianische Betrüger verrieten, wie man mit einer Tinktur aus Cola, Wein und Tinte Geld vermehren kann. Für alle, die es glauben - und da gibt es einige.

Die nigerianischen "Geldvermehrer" wurden am Mittwoch wegen Betrugs zu jeweils 24 Monaten teilbedingter Haft verurteilt

Foto © EggenbergerDie nigerianischen "Geldvermehrer" wurden am Mittwoch wegen Betrugs zu jeweils 24 Monaten teilbedingter Haft verurteilt

Der "Wash-wash-Trick" ist uralt, hat aber immer noch seine Magie und Wirkung. Zu verlockend ist es, wenn gerissene Betrüger vorführen, wie aus 100 Euro auf wundersame Weise 300 Euro werden. "Die Scheine waren echt", ist ein 70-jähriger Kärntner, der vor Kurzem beinahe auf diesen Trick reingefallen wäre (wir haben berichtet), immer noch sicher. Der erste derartige Fall in Kärnten. Laut Polizei dürfte die Dunkelziffer an Opfern mittlerweile auch in Österreich hoch sein.

Zauber-Mixtur

Sind die Scheine nach der Behandlung echt oder nicht? Kann man wirklich Geld vermehren? Der Prozess gegen jene zwei Nigerianer, die mit dem "Wash-wash-Trick" den Pensionisten legen wollten, bot zum Teil wundersame Antworten. Richter Gerhard Pöllinger und Staatsanwalt Franz Simmerstatter wollten es nämlich von den beiden "Geldmacher-Profis" auf der Anklagebank ganz genau wissen. Einer der Nigerianer lüftete dann auch tatsächlich das Geheimnis seiner Zauber-Tinktur. "Ich habe Coke und Wein gemischt und schwarze Tinte, das habe ich alles im Supermarkt gekauft." Wie es dann weiterging, erzählt das Opfer: "Sie haben weißes Papier mitgebracht, es dann mit einer Tinktur unter UV-Licht behandelt." Zwischen die zwei weißen Blätter wurden echte Geldscheine gegeben.

"Alle drei Scheine waren dann schwarz und kamen in eine Silberfolie rein." Nach zehn Minuten wurden sie ausgewaschen, beträufelt und getrocknet. "Ein Original, zwei gemachte. Das ist wie aus einem Zauberkasten", sagt der Pensionist. "Ich habe dann jemanden gefragt, ob die Scheine echt sind. Mir wurde gesagt, ja."

Gespannt wartete man deshalb auf die Ausführungen des Angestellten der Nationalbank - mit dem großen Silberkoffer. Zuerst erklärte er, dass es in Europa nur elf Firmen gibt, die Banknoten herstellen - auf ganz speziellem Papier. Alles andere sei Falschgeld. "Kann man echtes Geld bleichen und nach der Grenze wieder einfärben?", wollte der Richter von ihm wissen. "Das kann ich nicht bezeugen", sagt der Banker. "Ich glaube nicht, dass es möglich ist, Geld weiß zu waschen und dann wieder zurückzufärben." Und wenn es geht, handelt es sich sowieso nur um Falschgeld.

Mit dem "Wash-wash-Trick" operieren hauptsächlich Schwarzafrikaner. Den Opfern wird nach der wundersamen Vorführung gesagt, man bräuchte (richtiges) Geld zum Entfärben eines größeren Geldbetrages. So könnte man den Zoll umgehen. Im Fall des Kärntners waren es 16,4 Millionen Euro, die er in Österreich für eine Provision von drei Millionen Euro hätte anlegen sollen. In Aussicht auf diese Pensions-Aufbesserung war er bereit, bei seinen reichen Verwandten bis zu einer Million Euro auszuborgen.

Die Angeklagten suchten sich ihre Opfer im Internet aus. Sie haben rund 20 Leuten quer durch Europa Mails geschickt. Der Kärntner habe eben angebissen.


Weltweite Masche

"Der Wash-Wash-Trick" ist seit dem Jahr 2000 in Österreich aktenkundig, verbreitet ist er aber auf der ganzen Welt.

Die Täter kommen vorwiegend aus dem afrikanischen Raum, sie werden der berüchtigten "Nigeria-Connection" zugeordnet.

Die Methode ist immer dieselbe: Eingefärbtes Geld soll mittels Chemikalien reingewaschen werden. Es gibt nur verschiedene Versionen zur Herkunft des Geldes und warum das Opfer selbst Geld aufbringen muss (teure Chemikalien, echte Banknoten notwendig usw.)

Ihre Opfer suchen die Täter über das Internet aus. Eine Zeit lang standen Gastronomen im Visier.

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