Die Jäger der kleinen Naturjuwele
Kleindenkmäler in vier Gemeinden im Bezirk Klagenfurt-Land wurden jetzt statistisch erfasst. Moosburg stellte seine 72 neuen Schätze vor.
Kärntens Klein- und Flurdenkmäler werden erstmals erfasst. "Während unsere bekannten Sehenswürdigkeiten wie Kirchen gut beschrieben sind, gab es bisher keine flächendeckende Sammlung von Juwelen unserer Kulturlandschaft an den Wegen und Häusern", sagte Monika Gschwandner-Elkins vom Kärntner Bildungswerk am Donnerstag bei der Präsentation der Daten über die Schätze der Marktgemeinde in Moosburg. Sie leitet seit drei Jahren das mit mehr als 200.000 Euro dotierte Interreg-Projekt, in dem Klein- und Flurdenkmäler in Kärnten und in Slowenien erfasst werden.
Der Brunnen auf dem Platz gegenüber der Moosburger Kirche wurde in die Sammlung aufgenommen. Vier Monate haben der Gemeindebedienstete Edmund Thutewohl (62) und der ehemalige Polizeipostenkommandant der Gemeinde, Josef Dullnig (78), in der Gemeinde jeden Stein umgedreht.
Auf Schatzsuche
"Wir gingen wirklich von Haus zu Haus, um Anrainer zu fragen, ob und wo sie Interessantes gesehen haben", so Thutewohl. Die Sammlung der 72 gefundenen Objekte findet man im Internet. "Die Daten kann jede Gemeinde nach Gutdünken vermarkten", so Gschwandner-Elkins. Neben Moosburg haben sich zwölf weitere Gemeinden für das Pilotprojekt der flächendeckenden Kulturgutsammlung gemeldet. Maria Saal und Maria Wörth präsentieren die Erfassung ihrer Schätze im Juni. Im Herbst folgen Arriach, Eberstein und Lavamünd. Die Gemeinden Bleiburg, Finkenstein, Gurk, Klein St. Paul, Ludmannsdorf, Velden und Weitensfeld sind auch erfasst.
Allerdings darf jeder sein Wissen in die Kleindenkmälersammlung einbringen. "Man kann sein Kulturgut über die Homepage online stellen", so Gschwandner-Elkins. Die Aktion habe bereits jetzt viele Besitzer der Privatgründe, auf denen die meisten Kleindenkmäler wie Haus- und Wegkreuze stehen, dazu motiviert, diese auf eigene Kosten zu sanieren. Auch Bildstöcke, Karner oder Totenleuchten gehören in die Kleinodsammlung. Von den frühmittelalterlichen Totenleuchten, die auf Friedhöfen in Säulennischen das "ewige Licht" bergen, existieren kärntenweit nur noch acht Stück, eines davon in Keutschach.
Features
FAKTEN
Im Internet. Klein- und Flurdenkmäler unter www.kleindenkmaeler.at gesammelt.
Zweisprachig. Die digitale Erfassung der Denkmäler wird zweisprachig gemacht.
Nachfolgeprojekt. Das Interreg-Projekt endet heuer nach drei Jahren. Vorbereitungen für ein Nachfolgeprojekt laufen.












