Uni Klagenfurt spricht Grasser frei
Kein Plagiat: Die Diplomarbeit von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser wurde von der Uni Klagenfurt geprüft und für tadellos befunden.

Foto © APA
Das ist aber schnell gegangen", wundert sich Stefan Weber. Der als "Plagiatsjäger" bekannt gewordene Wissenschaftler ist erstaunt, dass die Universität Klagenfurt bereits jetzt Entwarnung in Sachen Plagiatsverdacht bei Karl-Heinz Grasser geben konnte. "Eine genaue Prüfung hätte sicher länger gedauert."
Was laut Weber einem Experten monatelange Arbeit gemacht hätte, schafften zwei Prüfer der Universität in gut drei Wochen. "Mitte März haben wir zwei Mitarbeiter beauftragt, die Diplomarbeit zu überprüfen. Sie haben Literatur aus der Schweiz angefordert und alle Fußnoten aus Grassers Arbeit abgeglichen. Ich kann jetzt reinen Gewissens sagen, dass die Sache für uns erledigt ist", sagt Hubert Lengauer, Vizerektor für Lehre. Zwar war man auf "Kleinigkeiten" gestoßen, es käme aber nichts vor, was den Plagiatsvorwurf bestätigen würde. Das bekräftigt auch die "Österreichische Agentur für wissenschaftliche Integrität" (ÖAWI), die die Uni Klagenfurt als externe Gutachter hinzuzog. Die ÖAWI nahm allerdings nur eine "summarische Beurteilung" vor, hat also die Arbeit nicht vollständig analysiert.
"Kein offenkundiges Plagiat"
Ihr Befund: Grassers Diplomarbeit sei "kein offenkundiges Plagiat. An Diplomarbeiten können nicht die selben methodischen Anforderungen gestellt werden, die an wissenschaftliche Arbeiten im engeren Sinne zu stellen sind." Plagiatsexperte Weber sieht in dieser Begründung die Botschaft, dass "ein bisserl schwindeln erlaubt sei." Das weist Lengauer zurück: "Das ist kein Freibrief, das korrekte Zitieren von Quellen ist nach wie vor notwendig." Vorerst will Lengauer das Gutachten des ÖAWI nicht veröffentlichen, da es ihm mit dem Verweis "vertraulich" übermittelt wurde. Für Weber wird es dadurch wertlos: "Das ist wie ein Orakelspruch. Solche Verfahren müssen transparent sein, sonst haben sie keine Bedeutung." Die ÖAWI selbst schweigt beharrlich zu den Ergebnissen ihrer Arbeit. Komissionsvorsitzender Peter Weingart: "Wenn wir die Fälle kommentierten, würden wir keine Hinweise auf Plagiate mehr bekommen."














