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Zuletzt aktualisiert: 26.03.2011 um 20:18 UhrKommentare

St. Martin steht bei Baulöwen hoch im Kurs

Nachdem Planungsausschuss einem neuen Wohnbauprojekt im Klagenfurter Stadtteil St. Martin zugestimmt hat, fürchten die Grünen, dass die dörfliche Idylle zerstört wird.

Erst Riedergarten Immobilien, jetzt Real Wohnbau - der exklusive Klagenfurter Stadtteil St. Martin scheint bei Baufirmen beliebt zu sein, vor allem was den Bau von mehrstöckigen Wohnbauten angeht. Mit dem stetigen Wohnbau befürchtet nun Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann (Grüne), dass die dörfliche Idylle von St. Martin zerstört werde.

Vor Kurzem gab der Planungsausschuss - gegen die GrünenStimmen - Real Wohnbau seine Zustimmung für ein dort geplantes Projekt. "Die sieben drei- bis vierstöckigen Bauklötze mit rund 50 Wohneinheiten werden die Kirche völlig verdecken. Ich verstehe nicht, wie so etwas gerade für diesen Platz geplant werden kann", kritisiert Schmid-Tarmann. Konkret handelt es sich um die rund 6000 Quadratmeter große Wiese entlang der Josefinumstraße, dem Dr.-Primus-Lessiak-Weg und der Sterneckstraße. Der nördliche Bereich von rund 2200 Quadratmetern ist bereits als Bauland gewidmet. Die Umwidmung der restlichen Fläche will Stadtplanungsreferentin Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ) im nächsten Stadtsenat beantragen und stellt klar: "Das eingereichte Projekt besteht aus sieben kleinteiligen Gebäuden mit 34, und nicht 50 Wohneinheiten. Und es handelt sich um sechs Gebäude mit drei und eines mit zwei Geschoßen."

Nur Einfamilienhäuser

Um den Bau von weiteren "kolossartigen Wohnoasen" zu vermeiden, pocht Schmid-Tarmann darauf, das Gebiet in St. Martin von der Zone 2 in ein Zone-3-Gebiet umzuwidmen: "Nur Einfamilienhäuser passen hierher. Zone 2 erlaubt eine zu dichte Bebauung und zu hohe Geschoßflächenzahl." Das aber ist rechtlich unmöglich, da "es sich in St. Martin nicht um städtische, sondern private Grundstücke handelt. Das würde nur mit Zustimmung der Eigentümer gehen", so Mathiaschitz, die darauf hinweist, dass das erste Projekt des Bauwerbers von der Stadtplanung abgelehnt wurde: "Wir haben für eine Neuplanung den Architekten Helmut Dominikus empfohlen. Dem Ergebnis haben wir unter Auflagen zugestimmt." Diese wären die Vermeidung von Nutzungskonflikten zwischen Wohnen und Landwirtschaft. Regelung von Servituten, Grundabtretung für öffentliche Längsparkplätze entlang der Josefinumstraße und des Dr.-Primus-Lessiak-Weges sowie die Sicherung eines öffentlichen Durchganges zur Sterneckstraße.

Baubeginn wäre laut Stadtplanung frühestens 2012.

KERSTIN OBERLECHNER

ZUM NACHLESEN

Zone 1. Dicht bebautes Wohn- und Geschäftsgebiet bis sechs Geschoße: Beispiel Innenstadt

Zone 2. Wohn- und Geschäftsgebiet mit ein- bis dreigeschoßiger Bebauung: St. Martin.

Zone 3. Wohnhäuser dürfen nur als Ein- oder Zweifamilienhäuser in geschlossener oder offener Bebauungsweise errichtet werden.

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