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Zuletzt aktualisiert: 05.01.2011 um 20:16 UhrKommentare

Platznot im Feuerwehrhaus in Keutschach

Feuerwehrmänner in Keutschach müssen sich auch bei Minusgraden mangels Um-kleide in der Garage umziehen. Bürgermeister sieht keinen Handlungsbedarf: "Standard ist hoch."

Die Feuerwehrleute müssen das Auto aus der Garage fahren, erst dann können sie sich umziehen

Foto © TraussnigDie Feuerwehrleute müssen das Auto aus der Garage fahren, erst dann können sie sich umziehen

In Keutschach dreht sich seit Jahren bekanntlich alles um den Turm auf dem Pyramidenkogel. Dabei wird scheinbar oftmals auf das Begehren der "kleinen" Leute vergessen. So wie ein Zubau des Feuerwehrhauses. Das Thema sorgte im Gemeinderat Ende Dezember für eine kurze, jedoch hitzige Debatte.

Gemeinderat Michael Holliber (ÖVP) schlug vor, die Rücklagen für die Feuerwehr um 50.000 Euro pro Jahr aufzustocken. "Unser Feuerwehrhaus hat einen hohen Standard", konterte Bürgermeister Gerhard Oleschko (FPK). Mit seiner Meinung stand der Bürgermeister allerdings alleine da. "Die Feuerwehrmänner müssen sich in der Garage umziehen. Hinter dem Feuerwehrauto. Wenn man mit dem Auto hinausfährt, erstickt man fast wegen der Abgase", so Holliber. Und Gemeinderat Mario Kamnik (SPÖ) ergänzte, die Feuerwehr könne mangels Umkleide keine Jugendlichen oder Frauen aufnehmen.

Kein Einzelfall

Dass das Keutschacher Feuerwehrhaus nicht Hoch-, sondern Substandard ist, bestätigt Gerfried Bürger, Bezirksfeuerwehrkommandant von Klagenfurt-Land. Im Bezirk gäbe es noch sechs Feuerwehrhäuser, die in einem ähnlichen Zustand seien. Unter anderem in Ferlach, Grafenstein und Ottmanach. In Keutschach fehle es an getrennten Waschmöglichkeiten, Umkleiden und der Schulungsraum sei klein, reiche gerade als Büro und Aufenthaltsraum. "Der Zubau ist nötig, doch mit einem Neubau hätte man für die nächsten 30 Jahre Ruhe", so Bürger. Nur diese Entscheidung liegt bei der Gemeinde.

"Die Feuerwehrmänner müssen auch bei einem Alarm mitten in der Nacht bei Minusgraden zuerst das Auto aus der Garage fahren, damit sie sich in der Kälte umziehen können", so Bürger. Da sie nur einen Spind für Ausrüstung und Privatkleidung hätten, gäbe es noch ein Problem: Die mit vom Einsatz mit toxischen Gasen behaftete Ausrüstung müsse in den Spind gehängt werden, was tagelang rieche.

STEPHAN SCHILD

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