Streife sagt Einbrechern den Kampf an
Eine eigene Polizeistreife informiert die Klagen- furter über den richtigen Schutz gegen Dämmerungseinbrüche. Ein Lokalaugenschein.
Das Licht fällt schräg durchs Fenster an Winternachmittagen, es drückt mich nieder wie die Lieder gesungen in Kathedralen" - so beginnt ein berühmtes Gedicht der US-Lyrikerin Emily Dickinson. Die Lichtverhältnisse an Winternachmittagen inspirieren aber nicht nur Poeten, sondern auch Langfinger - zu Dämmerungseinbrüchen. "Niedergedrückt werden dabei bevorzugt die Terrassenklinken von Einfamilienhäusern", sagt Abteilungsinspektor Rudolf Duller vom Landeskriminalamt Kärnten: "Die Eingangstüren sind meist gut gesichert, die Terrassentüren lassen sich aber durch Einschlagen leicht öffnen. Außerdem kann der Einbrecher so entweichen, sollte ihn ein Heimkehrender überraschen."
Es ist vier Uhr nachmittags. Duller hat sich mit seinem Kollegen Josef Mayer auf den Weg durch das Kreuzbergl-Areal gemacht - Fußstreife bei klirrender Kälte. Sie spähen nach auffälligen Kennzeichen oder verdächtigen Bewegungen aus. "Ab vier Uhr dämmert es. Viele Hausbesitzer kommen erst gegen sechs Uhr nach Hause. Dieses Zeitfenster nützen die Einschleichdiebe", erläutert Mayer, während er in einen weißen Kastenwagen leuchtet.
Augen offen halten
Ein Blick auf die Häuserzeilen der Radetzkystraße bestätigt: Viele Villen stehen dunkel in der Winterdämmerung. Andere blicken mit honigfarbenen Lichtaugen in die Dunkelheit. "In die steigt niemand ein, denn die meisten Einbrecher scheuen die Konfrontation", sagt Duller. Einen Mann, der gerade seine Haustür aufsperrt, informiert der Polizist über die Einbruchsgefahr: "Lassen Sie Ihr Haus bewohnt erscheinen, aktivieren Sie Lichtquellen, etwa mit Zeitschaltuhren oder Bewegungsmeldern, und halten Sie die Augen offen." Flugzettel mit wichtigen Infos werden verteilt.
Zwar ist die Zahl der Einbrüche in Klagenfurt verglichen mit 2009 gesunken, aber rund acht bis zwölf dieser Delikte wurden in den letzten Wochen verzeichnet. Schmuck und Bares sind begehrt, sagt Duller: "DVD-Rekorder und Flatscreens sind oft sperrig. Schmuck hingegen lässt sich leicht mitnehmen."
Die Polizisten steigen eine Stiege zwischen Thujen hinauf. Duller weist auf eine Gasse, in der kürzlich ein Einbruch stattgefunden hat, "die Thujen schirmen das Haus ab, die Einbrecher können ungestört werken." Meist werden "interessante" Häuser schon untertags ausgekundschaftet und der Tagesablauf der Bewohner beobachtet. Duller: "Durch Anrufe besorgter Nachbarn wurden aber schon viele Einbrüche verhindert oder aufgeklärt. Also melden - lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig."













