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Zuletzt aktualisiert: 14.11.2010 um 14:54 UhrKommentare

Eine Zeitschrift schreibt Geschichte

Der 200. Jahrgang der "Carinthia" des Geschichtsvereins und des Naturwissenschaftlichen Vereins ist eben erschienen. Sie ist die drittälteste Zeitschrift im deutschen Sprachraum.

Claudia Fräss-Ehrfeld und Helmut Zwander mit der allerersten "Carinthia" und den 200. Jahrgängen

Foto © WeichselbraunClaudia Fräss-Ehrfeld und Helmut Zwander mit der allerersten "Carinthia" und den 200. Jahrgängen

Gegründet wurde die "Carinthia" 1811, damals die erste Zeitschrift mit Kärntner Themen und heute noch die drittälteste im deutschen Sprachraum. Das Erscheinen des 200. Jahrgangs kann man aber bereits heuer feiern. "Es war 1811 eine Gruppe von Vaterlandsfreunden, unter ihnen Graf Enzenberg und Freiherr von Ulm, es waren Ärzte, Juristen, Professoren, kurz, es war die geistige Elite des Landes, die zum ersten Mal Kärntner Anliegen veröffentlichte", erklärt Claudia Fräss-Ehrfeld, Präsidentin des Geschichtsvereins für Kärnten. In dieser Zeit der napoleonischen Kriege, in der Kärnten geteilt war, dominierten historische und politische Themen. "Die Zeitschrift zeigte ein starkes Landesbewusstsein", sagt Fräss-Ehrfeld. Aber auch Landwirtschaft und Industrie fanden Eingang in die Inhalte, bis sich die "Carinthia" im Revolutionsjahr 1848 mit Redakteur Vinzenz Rizzi für kurze Zeit stärker der Politik widmete. Dann eine Zeit der Krise 1863/64. Von da an übernahmen der Geschichtsverein - gegründet 1844 - und der Naturwissenschaftliche Verein - 1848 ins Leben gerufen - die gemeinsame Herausgabe, bis es 1891 erneut zu einer Zäsur kam. Seither gibt es die "Carinthia I" des Geschichtsvereins und die "Carinthia II" der Naturwissenschafter.

Ob Archäologie, Numismatik, Kunstgeschichte, Volkskunde und vieles, vieles mehr: In der "Carinthia I" findet jeder Interessierte etwas - auch der Laie. "Wir sind kein Elfenbeinturm der Wissenschaft, sondern offen für alle Autoren, die sich an wissenschaftliche Regeln halten", sagt Fräss-Ehrfeld, die pro Jahr 3000 Exemplare an Mitglieder verschicken lässt.

Zwei Teile

"Seit 1988 erscheint die Carinthia II in zwei Teilen, einem populärwissenschaftlichen und einem streng wissenschaftlichen", sagt Helmut Zwander, Leiter des Naturwissenschaftlichen Vereins. Die Teilung hat sich gelohnt, denn 90 Prozent der 2000 Mitglieder entscheiden sich für die leichter lesbare Variante.

Die Idee zur Teilung geht auf den damaligen Präsidenten Adolf Fritz zurück, über den Zwander eine köstliche Anekdote berichtet. "Ich schrieb bei ihm meine Dissertation in Graz und er nahm mich öfter im Auto nach Kärnten mit. Einmal erzählte er empört von einem Anrufer: Der Mann habe gemeint, man solle weniger gutes Papier verwenden, da es schade sei, so gutes Papier zum Altpapier zu werfen." Das Ergebnis war der populärwissenschaftliche Band, der sicher nicht mehr so schnell im Container landet.

ULRIKE GREINER

Zum Jubiläum

Feier. Der Geschichtsverein und der Naturwissenschaftliche Verein feiern den 200. Jahrgang der "Carinthia" am Freitag, dem 19. November ab 17 Uhr im Großen Wappensaal des Landhauses in Klagenfurt. Claudia Fräss-Ehrfeld (Geschichtsverein) und Helmut Zwander (Naturwissenschaftlicher Verein) sind die Festredner.

Buchpräsentation. Martin Seger vom Institut für Geografie an der Universität Klagenfurt stellt sein Buch "Kärnten. Landschaftsräume - Lebensräume" vor. Erhältlich ist der Band entweder beim Geschichtsverein (Telefon: 0463/ 536-30 5 73) oder beim Naturwissenschaftlichen Verein (Telefon: 0463/ 536-30 5 74). Preis: 39 Euro.

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