Höllenschlund und Himmelsmusik
In einem bis auf den allerletzten Platz gefüllten Konzerthaussaal ließ der Dommusikverein die "Messa da Requiem" von Giuseppe Verdi zum Ereignis werden. Der Dommusikverein sorgte für ein außergewöhnliches Konzertereignis.

Foto © EggenbergerBerührend: Julia Sukmanova und Clémentine Margaine
Was zurückhaltend mit fallenden Mollklängen begann, steigerte sich zum emotionsgeladenen Drama um das Unbegreifliche von Tod, Verdammnis, Angst und Schmerzen. Und die abgrundtiefen Schreckensbilder kontrastierten mit den leuchtenden Farben der Zuversicht, der Gnade und der Erlösung. Das Gegen- und Miteinander von Verzweiflung und Hoffnung in Verdis gefühlsstarker Opernsprache, wurde klar auf den Punkt gebracht. Überzeugend, ohne Pathos und Theatralik.
Schon im Wechsel vom leise abklingenden "Kyrie" hin zu den gewaltigen Klangkaskaden mit donnerndem Schlagwerk des "Dies ire", kam Spannung auf, die bis zum Schluss hielt. Das Kärntner Symphonieorchester baute dazu ein seriöses musikalisches Fundament und führte mit sensibler Begleitung.
Stimmig zu den bestens disponierten Instrumentalisten, vor allem in den solistischen Leistungen, gesellte sich ein hervorragendes Gesangsquartett. Albert Pesendorfer (obwohl kränkelnd) setzte mit variantenreicher Bassstimme nachdrückliche Akzente gemeinsam mit Tenor Gaston Rivero, der ein "Ingemisco" zu einem schmelzenden Seufzer werden ließ. In wunderbarer Abstimmung des Stimmtimbres passten dazu Julia Sukmanova, die mit ihrem Sopran vor allem im "Libera me" stilsicher überzeugte; Clementine Margaine gestaltete mit strahlendem Mezzosopran das "Recordare" berührend.
Dazu kam ein hervorragend aufgestellter Konzertchor der Dommusik. Ob in den Entfesselungen des "Dies ire" oder in den heiter bewegten, doppelchörigen Verschlingungen des "Sanktus", dem emphatischen Flüstern im "Libera me", es passen dazu nur Worte höchster Anerkennung. Die großartige, geschlossene Gesamtleistung ist aber auch dem ausgezeichneten Klangregisseur Thomas Wasserfalller zu danken, der durch Umsicht die Akteure durch alle Widerfahrnisse zwischen Höllenschlund und Himmel wohltuend unprätentiös führte. Das Publikum war begeistert. Standing Ovations.














