"Ich bin nicht auf der Flucht"
Christoph Wagner-Trenkwitz über Verdis "Troubadour" am Klagenfurter Stadttheater und das hartnäckige Gerücht, dass er ab Herbst 2012 für längere Zeit nach Kärnten übersiedeln könnte.

Foto © APA/ORF, Ali Schafler Christopf Wagner-Trenkwitz, vor allem Opernball-Zusehern bekannt aus der ORF-Live-Übertragung
Bereits vor Wochen haben Wiener Medien berichtet, dass Sie als Nachfolger von Stadttheaterintendant Josef Ernst Köpplinger feststehen sollen. Was ist dran an diesem Gerücht?
Christoph Wagner-Trenkwitz: Von Gerüchten halte ich grundsätzlich nichts. Der Intendant wird per Ausschreibung ermittelt, nicht per Gerücht. Und auch nicht per Verschwörung: Die Idee, dass sich Kommission und Theaterausschuss in den Dienst einer Farce stellen oder sich von irgendjemand gängeln lassen, ist absurd.
Haben Sie eine Idee, wer oder was hinter dieser Flüsterpropaganda stecken könnte?
Christoph Wagner-Trenkwitz: Nein. Es gibt halt Leute, die gerne irgendetwas erzählen, was weder Hand noch Fuß hat. Und es gibt andere Leute, die das gerne glauben. Jedenfalls wünsche ich mir, dass die Leistungen, die ein Theater erbringt, interessanter sind als die Frage: Wer wird was, warum?
Robert Meyer, Ihr Chef an der Wiener Volksoper und Mitglied der Findungskommission, hat im Standard-Interview bestätigt, dass Sie Interesse am Klagenfurter Job hätten. Haben Sie Ihre Bewerbung bereits eingereicht?
Christoph Wagner-Trenkwitz: Nein, und ich überlege es mir gut. Wenn ich das Gefühl habe, dass mein Name nur als Spielball von Gerüchten und Intrigen herhalten muss, hat es weder für das Stadttheater noch für mich Sinn. Ich bin ja nicht arbeitslos und auch nicht auf der Flucht. Im Gegenteil. Ich arbeite mit großer Freude an der Volksoper Wien. Wenn ich aber zu der Überzeugung gelange, dass ich in Klagenfurt – außer medialem Rumoren – etwas bewegen kann, interessiert es mich. Denn das ist eine wunderbare Stadt mit einem wunderbaren Theater.
Sie moderieren am kommenden Sonntag die Einführungsmatinee zu Verdis "Troubadour", der am 30. Oktober Premiere hat. Was verbindet Sie mit Klagenfurt und dem Stadttheater im Besonderen?
Christoph Wagner-Trenkwitz: Viel. Als ich vor Kurzem in der Klagenfurter "Räuber"-Premiere saß, habe ich an meine ersten "Räuber" zurückgedacht: Das war vor fast vierzig Jahren, hier an diesem Theater! Mein Onkel Georg Trenkwitz spielte damals den Franz Moor, ich habe immer noch lebendige Erinnerungen daran. Seit vier Jahrzehnten gibt es kein Jahr ohne Kärnten für mich, da meine Eltern in der Nähe von Klagenfurt ein Ferienhaus haben. Ich war gelegentlicher Besucher des Theaters seit der Wochinz-Zeit und seit 2007 gestalte ich hier die Einführungsmatineen zum Musiktheater. Ich denke, mit einigem Erfolg. Jetzt gerade freue ich mich auf "Trovatore".
Was erwarten Sie sich von dieser Produktion?
Christoph Wagner-Trenkwitz: "Il Trovatore" ist eine urgewaltige Oper, die alles sein darf, nur nicht gefällig. Ich erwarte mir eine starke Produktion, die nicht nur der Schönheit der Musik, sondern auch der krassen, gewalttätigen Handlung gerecht wird. Das ist nicht leicht zu verbinden, zugegeben. Aber Dirigent Peter Marschik und Regisseur Andrejs Zagars sind beide Könner.
Features
Einführungsmatinee
... zu Giuseppe Verdis "Trovatore": Stadttheater Klagenfurt, 17. Oktober, 11 Uhr, mit Christoph Wagner-Trenkwitz.













