Stadttheater sucht Chefs
Rund 40 Kandidaten haben sich bis zum vergangenen Freitag um den Posten des Stadttheater-Direktors beworben. Auch nach Intendant wird fieberhaft gesucht.

Foto © APAChristoph Wagner-Trenkwitz: Auf dem Sprung ins Stadttheater?
Denn am 15. Oktober tagt der gemeinsame Theaterausschuss von Stadt und Land, um sich von der Personalberatungsfirma Neumann die qualifiziertesten Bewerber vorstellen zu lassen. "Danach wird wahrscheinlich noch im Oktober das Hearing stattfinden", hofft Horst Plessin, der seit seiner Pensionierung die Geschäfte des kaufmännischen Direktors provisorisch weiterführt. Wie das Hearing genau ablaufen wird, müsse der Theaterausschuss noch festlegen. Plessin rechnet allerdings damit, dass dieser aus den von Neumann vorgeschlagenen Kandidaten ("sinnvoll sind maximal fünf") selbst die Auswahl treffen wird. Ab Jänner nächsten Jahres soll dann Plessins Stelle neu besetzt sein.
Köpplinger-Nachfolger
Wesentlich brisanter gestaltet sich derzeit die Suche nach einem Nachfolger für Intendant Josef Ernst Köpplinger, der das Stadttheater bekanntlich im Sommer 2012 verlassen wird. Obwohl der Theaterausschuss sieben anerkannte Fachleute in die Findungskommission nominiert hat (darunter Ioan Holender, Matthias Hartmann, Jörg Koßdorff und Brigitte Fassbaender), machte unlängst das Gerücht die Runde, dass Christoph Wagner-Trenkwitz bereits als künftiger Stadttheaterintendant feststehe. Vor allem Köpplinger, aber auch Jurymitglied Robert Meyer, der seinen Chefdramaturgen von der Volksoper "wegloben" wolle, sollen ein persönliches Interesse am Erfolg des umtriebigen Charmeurs haben. So berichteten es Wiener Medien.
"Selbstkastration"
Auf deren Mutmaßungen bezieht sich nun ein Schreiben von Stadttheaterbetriebsrat Erwin Zak, das Dienstag an alle Kärntner Tageszeitungen erging. Darin wirft Zak dem Theaterausschuss und seinem Vorsitzenden Harald Dobernig "Selbstkastration" vor, weil man die Auswahl der Jurymitglieder "weitgehend" Köpplinger überlassen hätte. Dies hätte "im Kollegenkreis zwischen Wien und Innsbruck" durchwegs "Kopfschütteln" hervorgerufen. Außerdem sei Köpplinger eine seiner "größten Enttäuschungen in 34 Jahren Theaterkarriere", lässt Zak wissen, um gleichzeitig zu beteuern, "dass ich Herrn Wagner-Trenkwitz, den ich nur als witzigen Moderator und sehr klugen Buchautor, aber nicht persönlich kenne, damit in keiner Weise abwerten möchte".
Transpartenz
Dobernig-Sprecher Gernot Ogris hält "grundsätzlich nichts" von "Gerüchten" und "Misstrauensvorschüssen" und glaubt stattdessen an eine "größtmögliche Objektivität und Transparenz", welche durch die "unabhängige Expertenjury" garantiert sei. Erwin Zak, der diesmal nicht Mitglied der Findungskommission sei, fühle sich "offenbar übergangen", vermutet Ogris persönliche Motive hinter dessen Kritik.
Im Übrigen sei die Bewerbungsfrist auf 22. November verlängert worden, damit die Ausschreibung noch in einigen Fachzeitschriften veröffentlicht werden könne.














