Geografische und geistige Grenzen
Eine Tagung in Klagenfurt beschäftigte sich mit der Grenzziehung nach 1918. Experten reflektierten über die Bedeutung der Volksabstimmung.
Quelle © Filmvorschau | Foto: Kleine Zeitung DIGITAL Experten diskutieren Bedeutung der Kärntner Volksabstimmung
"Das Menschsein soll im Vordergrund stehen, nicht aber Grenzen und Abgrenzungen vom sogenannten Anderen." Stefanie Vavti, Mitarbeiterin des Slowenischen wissenschaftlichen Instituts in Klagenfurt, erteilte im Rahmen der Tagung "Grenzen : Grenzenlos - 1918/20 : 2010" der Engstirnigkeit im Land eine klare Absage.
Im Klagenfurter Konzerthaus reflektierten am Mittwoch nationale und internationale Experten über Grenzziehungen und Grenzerfahrungen nach dem Ersten Weltkrieg sowie die Bedeutung der Kärntner Volksabstimmung. Mit dabei waren Referenten aus Österreich, Dänemark, Rumänien und der Ukraine, die über die Rolle von Minderheiten, die Entstehung von Grenzen und interregionale Projekte in Europa berichteten.
Historiker Hellwig Valentin über die Zeit des Kärntner Abwehrkampfs: "Die Regierung in Wien hat Kärnten in dieser schweren Zeit massiv unterstützt - und zwar diplomatisch, militärisch und wirtschaftlich." Nach der Volksabstimmung war die Staatsgrenze gesichert. Für Valentin "eine Grenzziehung, die alle Stürme der nachfolgenden Zeiten überdauert hat".
Das 90. Jubiläum der Kärntner Volksabstimmung soll Sprungbrett in eine gelöste Zukunft werden. Landeshauptmann Gerhard Dörfler: "Geschichte ist das Fundament für das Heute. Das Heute ist die erste Etage für unser Zukunftshaus". Vavti ergänzt: "Viele junge Menschen distanzieren sich längst von ?kleinlichen' Sprachkonflikten ." WOLFGANG FERCHER













