Pro Jahr wären 100 Spitals-Tote vermeidbar
In Kärntens Spitälern sterben jährlich 100 Patienten einen "vermeidbaren Tod" wegen Hygiene-Mängeln, Verwechslungen oder Missverständnissen. Die Kabeg reagiert.

Foto © EPAViele gefährliche Keime werden durch Hände übertragen. Richtlinien zur Desinfektion können Leben retten
In Kärntens größtem Spital, dem Klinikum Klagenfurt, betrifft das rund 70 von 1000 Personen, die dort jährlich das Zeitliche segnen. Kabeg-Strategie-Manager Thomas Koperna weist darauf hin, dass diese Angaben statistisch ermittelt wurden, dass also gesicherte Zahlen auf Kärnten und Klagenfurt umgerechnet wurden. Das ändert nichts an der Zahl der Opfer. Man kann nur nicht konkret nachweisen, um wen es sich dabei handelt.
Infektionen als Hauptgrund
"Hauptgrund der Todesfälle sind Infektionen", erklärt Koperna. Viele Patienten kommen mit Infektionen ins Krankenhaus. Die neuen Keime reihen sich in den Pool der alten, hoch resistenten Erreger ein. Da viele Patienten abwehrschwach sind, ist ihr Erkrankungsrisiko ebenso erhöht wie die Wahrscheinlichkeit eines schweren Verlaufs. "Weitere Todesursachen sind Verabreichungsfehler und Verwechslungen von Medikamenten oder unklare verbale oder telefonische Anordnungen, die missverstanden werden", ergänzt Koperna. Selten würden Patienten oder der zu operierende Körperteil verwechselt. Dagegen hilft das "Time-out", "ein Sicherheitsschritt vor der OP, in dem man alle Voraussetzungen noch einmal in Ruhe überprüft".
"Aktion Saubere Hände"
Gegen Infektionen richtet sich die "Aktion Saubere Hände" in Form von Regeln zur richtigen Hände-Desinfektion. "Hoch resistente Keime auf der Haut oder in der Nase können besonders gefährlich sein. Wenn in einem OP-Saal oder bei einem Operateur viele Komplikationen mit hoch resistenten Keimen auftreten, macht man oft einen Nasenschleimhaut-Abstrich." Vermeidbare Todesfälle, aber auch die häufigsten nicht tödlichen "unerwünschten Ereignisse", rund 400 Stürze jährlich, waren ein Thema beim Sicherheitssymposium der Ärztekammer am Wochenende. Koperna: "Wichtig ist es, Abläufe zu schaffen, in denen diese Risiken identifiziert, analysiert und bekämpft werden. Das muss Teil der Unternehmenskultur werden."













