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Zuletzt aktualisiert: 01.09.2010 um 08:01 UhrKommentare

Stadt will durch Zentralismus sparen

Eine Dienststelle soll für alle Magistratsabteilungen einkaufen und so 500.000 Euro pro Jahr sparen. Die Stadt plant erneut die Einrichtung eines "Zentralen Einkaufs".

Für alle 30 Abteilungen und die rund 1800 Mitarbeiter soll es künftig einen einzigen "Zentralen Einkauf" geben

Foto © FanzottFür alle 30 Abteilungen und die rund 1800 Mitarbeiter soll es künftig einen einzigen "Zentralen Einkauf" geben

Gute Vorbereitung ist alles. Das gilt auch für eine zentrale Beschaffungsstelle im Magistrat Klagenfurt. Neun (!) Jahre nach dem ersten Versuch plant die Stadt erneut die Einrichtung eines "Zentralen Einkaufs". Diese Dienststelle soll alle von der Stadt benötigten Produkte - vom Radiergummi über Druckerpapier bis zum Asphalt und zu Arbeitsgeräten - einkaufen.

"Wir machen uns in diese Richtung Gedanken", sagt Vizebürgermeister und Wirtschaftsreferent Albert Gunzer (FPK). "Derzeit werden gemeinsam mit den Abteilungsleitern alle Vor- und Nachteile einer solchen Einrichtung erhoben." Durch die größeren bestellten Mengen, günstigere Konditionen und einheitlichere Planung, könnten bis zu 500.000 Euro pro Jahr eingespart werden, meint Gunzer. Ein ähnliches Modell wird bereits seit Jahren von Villach und seinen Umlandgemeinden praktiziert. Die Entscheidung für oder gegen den "Zentralen Einkauf" in Klagenfurt wird im Herbst fallen.

Drei Mal gescheitert

Die Idee ist gut, jedoch nicht neu. Nach heftiger diesbezüglicher Kritik des Rechnungshofes hat der damals zuständige Referent Walter Zwick (ÖVP) bereits im Jahr 2001 den Antrag für einen "Zentralen Einkauf" gestellt - und ist an SPÖ und FPÖ gescheitert. Nach erneuter Rechnungshofkritik unternahm Zwick im April 2006 einen weiteren Versuch - und scheiterte erneut am blau/orange-roten Widerstand.

Trotzdem wurde für den Leiter einer solchen Dienststelle sogar ein Objektivierungsverfahren durchgeführt, aus dem auch ein Sieger hervorging. Im Februar 2008 war der entsprechende Antrag an den Gemeinderat fix und fertig und selbst die Dienststelle in der Magistratsdirektion wurde geschaffen. Sie blieb aber bis heute - also mehr als zwei Jahre lang - unbesetzt.

JOCHEN HABICH

Sparpotential

Die Stadt Klagenfurt will sparen und die verantwortlichen Politiker gehen auch engagiert und kreativ ans Werk. Im Monatsrhyth-mus präsentieren sie Sparvorschläge. Von gestrichenen Zulagen bis zum geringeren Putzmittelverbrauch reicht das Spektrum. "Zentraler Ein-kauf" heißt die neueste Spar-Idee von Wirtschaftsreferent Albert Gunzer (FPK). Wobei neu falsch ist. Das Projekt liegt seit neun Jahren auf dem Tisch. Sparpotenzial: bis zu 500.000 Euro pro Jahr. Bis heuer hat die Stadt also 4,5 Millionen Euro liegen gelas-sen. Zuletzt wurde das Vor-haben 2006 und 2008 auch von Freiheitlichen abgelehnt.

Warum? Gunzers Ant-wort "Ich war bei den Beschlüssen noch nicht im Senat", hat auch viel Sparpotenzial. Er ist seit 21. März 2006 in der Regierung.

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