Freiheitliche "Vision von Druck, Zeitung, Werbung"
Ex-Carinthia-Druckereileiter und FP-nahe ABC Werbeagentur wollen SPÖ-Druckerei und Anteile an KTZ. Auch Salzburger pokert mit.

Foto © kkWolfgang Sablatnig druckte einst in der Carinthia in St. Veit die Kleine Zeitung. Er schied vor Jahren aus und will nun die Pleite-SPÖ-Druckerei in Klagenfurt
Um die mit 14,6 Millionen Euro pleite gegangene Kärntner Druckerei der Kärntner SPÖ wird unter mehreren Interessenten gepokert - und es geht dabei politisch heiß her. Während gestern der steirische SP-Wirtschaftsgrande und Ex-Leykam-Chef Alfred Annawitt Sondierungsgespräche mit Landespolitikern über die von ihm geplante Übernahme führte, bekräftigte eine Kärntner Gruppe ihr Interesse an dem Betrieb: "Ich möchte mit Partnern den Druckereibetrieb am Klagenfurter Südring übernehmen und fortführen", erklärte Wolfgang Sablatnig, der ehemalige Leiter der Carinthia-Druckerei St. Veit.
Sein Angebot steht in keinem Zusammenhang mit der Carinthia-Druckerei (die zur Styria gehört und die Kleine Zeitung druckt). Sablatnigs Partner für die SPÖ-Druckerei ist die freiheitliche ABC-Werbeagentur in Klagenfurt. Deren Geschäftsführer Senator Armin Kordesch und Helmut Prasch bestätigten das Vorhaben: "Sablatnig interessiert sich für die Druckerei, wir für die Anteile an der Kärntner Tageszeitung." Die Druckerei gehört zu 100 Prozent der SPÖ-eigenen Media-Beteiligungs GmbH. Diese hält aber auch 45 Prozent der Anteile an der KTZ. Ein FPK-naher Miteigentümer der KTZ käme einem medienpolitischen Umsturz gleich. Die ABC-Werbeagentur ist nämlich Eigentümer und Herausgeber der freiheitlichen "Kärntner Nachrichten", Prasch ist dort Chefredakteur.
"Druck, Zeitung, Werbung, da steckt eine Vision drin", so Prasch. Dem Vernehmen nach steht Finanzlandesrat Harald Dobernig (FPK) hinter den Plänen. Der Steirer Annawitt soll indes gestern mit Landeshauptmann Gerhard Dörfler Gespräche geführt haben.
Während Annawitt zu den bestehenden Anlagen eine neue Druckmaschien um zehn Millionen Euro aufstellen will, denkt Sablatnig vorerst nur daran, den Betrieb weiterzuführen. "Wir würden 50 bis 60 Leute übernehmen." Für die bestehenden Anlagen müssten beide drei Millionen Euro zahlen. "Wir freuen uns über jedes Angebot, das gelegt wird", so Sanierungsexperte Gerhard Brandl. Er hat ihnen jedenfalls - mit Verschwiegenheitsklausel - die Unterlagen ebenso ausgefertigt, wie einem weiteren Interessenten aus Salzburg, der Oberndorfer Druckerei. Die gehört einem holländischen Finanzinvestor im Umfeld der ABN Amrobank, der laut Oberndorfer-Geschäftsführer Erwin Loderbauer große Pläne hat - die Marktführerschaft in Europa.
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Prasch: "Will KTZ-Anteil"Foto © Köstinger Rauchenwald













