Hallenbad neu wäre startklar
Seit April liegt ein baureifes Projekt für ein neues Hallenbad auf dem Messeparkplatz in Klagenfurt vor. Nach Kehrtwende des Bürgermeisters ist aber wieder alles offen.
2012 - das Jahr, in dem es für Klagenfurts Hallenbad ernst wird. Dann droht der 1972 erbauten Anlage die altersbedingte Schließung. Im April dieses Jahres war die Stadt einem Neubau sehr nahe. Das Grazer Architekturbüro Strohecker präsentiert das Projekt "Stadt.Sport.Bad." dem Stadtsenat und - gemeinsam mit Bürgermeister Christian Scheider (FPK) - der Öffentlichkeit. Um 40 Millionen Euro sollte auf dem Messeparkplatz an der St. Ruprechter Straße ein Stadtbad samt wettkampftauglichem 50-Meter-Becken, Fitnesscenter und Sauna (siehe Infokasten) gebaut werden.
Klagenfurt wäre nicht Klagenfurt, wäre damit alles auf Schiene. Denn Scheider hat nun eine andere "Variante Nummer eins". Ein Hallenbad gegenüber Minimundus in Kombination mit der vom KAC geplanten Eishalle. "Wenn das so ist, wie es der KAC sagt, dass uns die Eishalle nichts kostet, wäre das Bad dort bestens aufgehoben." Die Stadt könne das Hallenbad bauen, so der Bürgermeister. "Wir haben dort Parkplätze, Seenähe und einen Autobahnanschluss." Auch die Grundstücksfrage sei, so Scheider, fast geklärt. Ein Teil der Fläche gehört einer privaten Besitzgemeinschaft.
Zwei Investoren
Für Dietmar Ott, Leiter des Hallenbad-Projektes auf dem Messeparkplatz, ist Scheiders Schwenk "überraschend". Das Projekt sei baureif, das Grundstück habe alle Widmungen. "Wir können jederzeit loslegen", sagt Ott. "Zudem haben wir zwei österreichische Investoren aus der Baubranche. Einen davon kennt der Bürgermeister bereits." Nur hätten diese Unternehmen kein Interesse, für ein parteipolitisches Spiel im Vorfeld herhalten zu müssen.
Davon und von der "willkürlichen Entscheidungsfreude des Bürgermeisters beim Hallenbad" hat Vizebürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ) genug. Sie gab, wie berichtet, eine Studie in Auftrag, in der alle möglichen Standorte für ein neues Bad (Messeparkplatz, Minimundus, Ostbucht, bestehendes Hallenbad-Areal) geprüft werden. "Erst wenn wir wissen, was so ein Bad die Stadt und ihre Bewohner in Zukunft kosten wird, dürfen wir entscheiden. Alles andere wäre fahrlässig."
Features
STADT.SPORT.BAD
Eckdaten. Geplant ist eine Kombination aus Sportbad (acht 50-Meter-Bahnen und Tribüne für bis zu 500 Besucher), Familien-Erlebnisbad samt Sauna, Fitnesscenter sowie Tiefgarage (200 Plätze). Zwei österreichische Investoren würden für die Baukosten von rund 40 Millionen Euro aufkommen.












