Rotlichtmafia schleußt "Damen" in Hotel ein
Neue Masche einer osteuropäischen Tätergruppe sorgt für Aufregung bei Kärntner Hoteliers. Geheimprostituierte mieten sich als "Unternehmerinnen" ein. Werbung über Handytonband.

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Diskretion ist in der Vier- und Fünfsternhotellerie elementare Säule geschäftlichen Erfolges. Dass wissen zahlungskräftige Gäste zu schätzen. Schamlos ausgenutzt wird das Qualitätsmerkmal derzeit von einer Gruppe der osteuropäischen Rotlichtmafia. "Wir verfolgen einen konkreten Fall im Klagenfurt", bestätigt Abteilungsdirektor Richard Pikl, Rotlichtfahnder beim Stadtpolizeikommando. Mit seiner Kollegin, Chefinspektorin Gabriele Sonnleitner, untersucht er die "Geschäftstätigkeit" einer jungen Ungarin. Die Frau mietete sich als "Unternehmerin" in einem Hotel für eine Woche ein. Die Rechnung wurde im Voraus bezahlt.
Parallel erschien ein Inserat, in dem eine Liebesdienerin ihre Dienste anbot - über Handy-Nummer-Kontakt. Unter der Nummer meldete sich eine Tonbandstimme, die den Weg zum Hotel und das Zimmer, in dem die Kunden erwartet würden, beschrieben. "Verhalten sie sich an der Rezeption unauffällig", wurde den Freiern geraten.
Als Kriminalisten Geschäftsführung und Management über die Machenschaften der illegalen Prostituierten informierten, war Feuer am Dach. Man fürchtet Imageschäden. Nach intensiven Ermittlungen müssen die Rotlichtfahnder davon ausgehen, dass es sich um keinen Einzelfall handelt. Wie dicht das Netzwerk der Geheimprostituierten bereits geworden ist, zeigt die Fahndungsbilanz der letzten Tage: Allein in Klagenfurt wurden wieder zehn illegale "Lustwohnungen" ausgehoben. Seit Jahresbeginn sind es bereits 35.
"Gut 80 Prozent der illegalen Wohnungsprostituierten sind Inländerinnen, die auf eigene Rechnung arbeiten. Die meisten haben zwar einen Ehemann oder festen Freund. Klassische Zuhälter sind in diesem Bereich aber nicht anzutreffen", weiß Pikl.
Die Kriminalisten warnen Freier eindringlich vor allem vor den unabsehbaren gesundheitlichen Risiken - von Geschlechtskrankheiten bis hin zur gefürchteten Immunschwächekrankheit Aids. Nur ein ganz geringer Teil der Geheimprostituierten unterzieht sich den gesetzlich vorgeschriebenen, wöchentlichen Untersuchungen bei den Gesundheitsämtern.














