Zurück zum Ironman: Wenn die Qual das Hobby ist
Marino Vanhoenacker (33) will zum fünften Mal den Ironman gewinnen. Langweilig wird das nicht, sagt er.

Foto © GEPA
Das bis dato letzte Rennen Marino Vanhoenackers verlief ohne Glanz. Quälend zog sich der Weg. Erst nach knapp zwölf Stunden der Zieleinlauf, ohne Zuschauer, ohne Applaus. "Es war viel Verkehr", sagt Marino Vanhoenacker (33) und zuckt mit den Schultern. Zu warten ist der Triathlet nicht gewohnt, vorne ist immer Platz.
Nach 1.200 Kilometern Anfahrt aus Jabbeke, einem 14.000 Einwohner zählenden Städtchen nahe der belgischen Nordseeküste, ist Marino Vanhoenacker zurück in Kärnten. "So lange ich gewinne, komme ich wieder zurück". Ein Versprechen, das seit dem ersten Antreten beim Kärnten Ironman Austria 2006 von Erfolgen genährt wird. Mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks hat der Belgier den Bewerb in den vergangenen vier Jahren dominiert, zuletzt mit einem Streckenrekord knapp über acht Stunden: "Jeder Triathlet sucht nach dem perfekten Rennen. Gewinnen ist nie langweilig".
Doch Triathleten sind Realisten und die Gegner schliefen nur kurz: Deshalb gilt der Österreicher Michael Weiss, erster rot-weiß-roter Sieger beim Ironman im US-Bundesstaat Utah, für Vanhoenacker als Geheimfavorit. "Ich weiß nicht, was schwieriger wird: in Klagenfurt ein fünftes Mal zu gewinnen, oder einer Sechsjährigen beizubringen, dass auch ihr Vater nur ein Mensch ist, der nicht immer nur Siege feiern kann." Denn Tochter Jirte, deren Schulferien erst in einer Woche beginnen, gab dem Papa einen glasklaren Auftrag mit auf den Weg: "Gewinnen". Der Druck könnte größer nicht sein.
Vanhoenackers Rezept damit umzugehen, ist ebenso knapp formuliert: "Spaß". Nachsatz: "Ich sehe das in unserem Sport immer wieder, verkrampfte Gesichter, Leistungsdruck, manchmal Verzweiflung. Dabei soll ein Rennen doch Spaß machen, trotz aller Qualen. Der Tag, an dem ich Triathlon als Beruf empfinde, wird mein letzter als Athlet sein. Der Ironman ist mein Hobby".
Doping-Diskussion
Die Causa Hannes Hempel ist auch an Vanhoenacker nicht spurlos vorübergegangen. "Ich war im vergangenen Jahr drei Wochen in Kärnten und es gab keinen Tag, an dem ich nicht auf Doping angesprochen wurde. Ich habe meine eigene Meinung dazu und die ist bekannt. Schade, dass dieses Thema offenbar immer pünktlich zum Rennen wieder aufgeworfen wird". Nur eine lebenslange Sperre würde abschrecken, lautete vor einem Jahr der Kommentar des Belgiers.
Sein Geheimnis, sagt Vanhoenacker, sehe anders aus: "Jirte startet zum ersten Mal beim Iron- Kids-Wettbewerb. Wir träumen vom Doppelsieg".















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