Sie freut sich über "herzhafte" Heimatgrüße
Die Liebe führte Hilde Clark Ende des Zweiten Weltkriegs nach England. Noch heute schickt ihr Sohn ihr Speck und Würstel aus Kärnten.
Aufgewachsen ist Hilde Clark (88), geborene Jahn, mit ihrer Schwester Leana und ihrem Bruder Herbert in Klagenfurt. Dort verbrachte sie ihre Jugend, trotze hin und wieder ihrer Mutter und liebte es, zu tanzen - besonders Walzer. Als sie 16 Jahre alt war, kam bereits ihr erster Sohn Hermann auf die Welt. Die Liebe aber brachte sie schließlich nach Großbritannien, nachdem der Zweite Weltkrieg zu Ende war und die Alliierten Österreich besetzten.
"Zu Beginn kamen sehr viele britische Ingenieure. Ich traf meinen Mann, verliebte mich und zog mit ihm nach London, in den Stadtteil Islinton", sagt Clark. Die erste Zeit in England war für sie nicht leicht. Sie hatte Heimweh, verstand die Sprache nicht und spielte mit dem Gedanken, wieder nach Österreich zurückzukehren. Besonders schlimm war für sie, dass sie damals von den Engländern gemieden und meist mit Argwohn und Abscheu bedacht wurde, denn der Krieg war in den Köpfen der Briten noch frisch. Clark und ihr Mann blieben nicht in Islinton, sie zogen weiter nach Stanmore in Middlesex. Aus der Ehe in England entstammen die Kinder Hazel und Stephen. "Ich war anfangs als Reinigungskraft für eine reiche, alte Dame, Mrs. Austin, tätig", sagt Clark, die die englische Landschaft sehr schätzt.
Englische Seifenopern
Ihr Sohn Hermann, den Clarks Großmutter aufzog und der in Kärnten lebt, schickt ihr ab und zu herzhaften Speck, Pfeffersalami oder Würstel auf die Insel. Als Hildes Mann starb, zog sie in die Provinz Essex, in die Gemeinde Rochford, wo sie noch heute lebt. Ihre Freizeit verbringt sie meist vor dem Fernseher. "Ich mag englische Seifenopern", sagt die rüstige Frau, die im November 89 Jahre alt wird.













