Das Kult-Festival liegt seit 18 Jahren auf Eis
Heuer wäre es die 40. "Woche der Begegnung" gewesen. Das Klagenfurter Festival ist noch in vielen Köpfen. Inzwischen wurde sogar eine Online-Initiative gestartet.

Foto © KK/MagistratspresseBoris Bukowski anno 1988. Das Konzertzelt im Europapark war ein Publikumsmagnet
Von 1969 bis 1993 fand mit der Klagenfurter "Woche der Begegnung" (WdB) eines der bedeutendsten Kulturfestivals im deutschen Sprachraum statt. 1994 wurde das Konzept zur "Woche der Comedy" abgeändert, interessierte aber immer weniger. Für die einen lag das am zunehmend populär-kulturellen Programm, für die anderen an den - im letzten Jahr eingeführten - Eintrittspreisen. Bis dahin gab es jeweils im Juni zwei bis drei Wochen Kultur zum Nulltarif in der Landeshauptstadt. "Wir wollten eine Nachdenkpause einlegen und das Konzept wieder überarbeiten", erinnert sich Siegbert Metelko, seinerzeit Kulturstadtrat von Klagenfurt.
Diese Nachdenkpause dauert nun 18 Jahre lang an, die Rufe nach einer Neuauflage sind nie ganz verstummt. "Es gibt eine Reihe von Initiativen, aber das muss von der öffentlichen Hand kommen", erklärt der ehemalige Kulturamtsleiter Karl Princic.
Minibudget
Das letzte Budget für die zwei Wochen Kulturprogramm betrug anno 1993 rund 1,8 Millionen Schilling (130.000 Euro) - nicht eingerechnet sind Personalleistungen etwa vom Tiefbauamt. "Will man einen Neustart angehen, müsste man aber mindestens 500.000 Euro in die Hand nehmen", meint Princic. Man dürfe dabei "ja nicht kleckern". Aussicht auf eine Neuauflage macht Bürgermeister Christian Scheider, der als eines der Ziele seiner Amtszeit die WdB explizit aufführt. Auch Vizebürgermeister Albert Gunzer soll bereits an Konzepten gearbeitet haben.
Reiches Erbe
Vergessen haben die Klagenfurter ihre WdB nie ganz, denn sie hinterließ tiefe Spuren. Einiges von dem Festival hat die Zeiten überdauert. "Das Volkskino hätte es ohne WdB nie gegeben. Und die Kärntner Jazz-Szene bekam erst so den nötigen Ankick", erinnert sich Metelko. Nicht vergessen darf man auch den Bachmann-Preis oder die Stadtgalerie, die ebenfalls ihre Wurzeln in der WdB haben. Auch das sommerliche Open-Air-Kino im Burghof gibt es noch heute.
"Kärnten hätte so etwas ganz dringend nötig", meint Brigitte Bidovec, damals Mitorganisatorin. "Bei einer Neuauflage darf es aber wenig Einmischung vonseiten der Politik geben", warnt Metelko. Die Volkskultur blühe und gedeihe in Kärnten ohnehin. Ins gleiche Horn bläst Princic: "Wieso soll man Wasser in den Bach schütten? Man muss Neues schaffen und fördern."













