Projektarbeit gegen das Vergessen
Villacher HTL-Schüler helfen mit, dass die KZ-Gedenkstätte Loibl-Nord zu einem würdigen Ehrenmal wird. Im Mai beginnen die Arbeiten für das gedenkpädagogische Projekt.

Foto © EggenbergerRechts: Peter Gstettner, mit polnischem KZ-Überlebendem Stanislaw Wochal
Junge Techniker und Handwerker der HTL Villach und der Knobelsdorffschule in Berlin werden mit Unterstützung der EU und des Innenministeriums ab Mai die Kärntner Geschichte entstauben und das drüberwachsende Gras entfernen. Das Areal der KZ-Gedenkstätte Loibl-Nord soll zu einem würdigen Ehrenmal werden. Den zahlreichen Opfern der NS-Tötungsmaschinerie in Kärnten soll die Würde zurückgegeben werden.
Das Konzentrationslager Loibl war eine Außenstelle des KZ-Mauthausen. Am Loibl wurde ab 1943 im Angesicht des Todes der Tunnel gebaut und das KZ Mauthausen stellte 1636 KZ-Häftlinge als "Menschenmaterial" zur Verfügung. "Wegen der extremen Lage und der Brutalität der Wächter wurde das Lager zum Inbegriff der ?Hölle in den Bergen'", so Peter Gstettner von der Klagenfurter Universität.
Man ließ in Kärnten "50 Jahre Gras, Gebüsch und inzwischen schon haushohe Bäume über die Fundamente des Loibl KZ Nord wachsen und negierte die Beteiligung Kärntens an der ?Baustelle des Todes'", so Gstettner. Die Republik Österreich pachtete im Jahr 2008 die Grundstücke und gegen das "kollektive Verdrängen" wurde vor 15 Jahren das "Mauthausen Komitee Kärnten/Koroka" gegründet. Nun werden Villacher und Berliner Schüler in den nächsten Jahren beim Aufbau einer Gedenkstätte einen fächerübergreifenden Beitrag zur Aufarbeitung der Kärntner Zeitgeschichte leisten.
Modelle und Museum
"Die Initiative ging von unserer Schule aus, Bundespräsident Heinz Fischer hat uns ermuntert und das Bundesministerium für Inneres unterstützt uns materiell und finanziell", sagt Oskar Dorner, Direktor der Villacher HTL. Ein Technikerteam von Lehrern und Schülern wird seinen Beitrag leisten. "Sie werden das Areal vermessen, Landschaftsmodelle schaffen, die Fundamente konservieren, eine Waschbaracke einhausen und in weiterer Folge ein Museum planen", so Architekt Gerd Wochein. Mit einem Architekten-Team gewann er einen international ausgeschriebenen Wettbewerb und entwarf eine Trauer- und Gedenkstätte für die Opfer des Massakers von Srebrenica.
Features
DIE GEDENKSTÄTTE
Zeitplan. Ab Mai 2010 wird das Projekt am Loibl umgesetzt. Infos: loibl-memorial.uni-klu.ac.at
Aufgaben. Die Schüler werden das Vorhandene inventarisieren, dokumentieren und ein Raumbuch herausgeben.
Ziel. Die Jugendlichen sollen dabei Sach- und Fachkompetenz erlernen. Achtung und Toleranz stehen bei dieser Gedenk-pädagogik im Vordergrund.













