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Zuletzt aktualisiert: 15.03.2010 um 20:49 UhrKommentare

Stammeskunst und Elfenspuk

Auf den Spuren von Corot & Co.: Markus Orsini-Rosenberg, Rainer Wulz und Michael Seyer sind im Künstlerhaus auf den Wald gekommen.

Rainer Wulz mit dem Abguss eines Baumes

Foto © JustRainer Wulz mit dem Abguss eines Baumes

Hegel unterschied einst zwischen dem Kunstschönen und dem Naturschönen. Im Klagenfurter Künstlerhaus ist derzeit beides miteinander vereint. Hauptverantwortlich dafür sind ein Maler, ein Bildhauer und ein Fotograf, die sich im Rahmen der Kunstvereinsreihe "Movimenti" als erfahrene Forstmeister und Naturbeobachter präsentieren.

Insbesondere Markus Orsini-Rosenberg lässt es in seinen zum Teil riesigen Acryl- und Ölgemälden vor Bäumen nur so wimmeln. Dass man dabei den Wald nie aus den Augen verliert, ist unter anderem der famosen Maltechnik zu verdanken, die der 48-jährige Damtschacher schon als Kind im häuslichen Schlosspark erprobte. Studien bei Maria Lassnig und Christian Ludwig Attersee trugen das ihre dazu bei, um aus dem passionierten Landei ("Ich liebe es am Land zu leben") einen würdigen Nachfolger von Corot & Co. zu machen.

Gleich zu Füßen eines in nur wenigen Tagen gemalten Waldstücks von Orsini-Rosenberg hat der Objektkünstler Rainer Wulz imposante Findlinge aus Holz platziert. Es ist Stammeskunst vom Feinsten, die der 41-jährige Rosentaler vor Augen führt. Die zersägte Krone einer Pappel hat der Künstler mithilfe von Silikon und Polyester abgeformt und dabei Inneres nach Außen gekehrt. Gleich riesigen Nussschalen oder Röhrenknochen liegen die aus Sägewerken rekrutierten Fundstücke am Boden des Künstlerhauses und verwandeln dieses in eine Art Waldlichtung, an deren Peripherie Nackedeis von Michael Seyer eine Spur von Sommernachtstraum und Elfenspuk verbreiten.

Liebe und Tod

In der Kleinen Galerie zeigt Rosa Roedelius unprätentiöse szenische Assemblagen und stellt darin "die gesellschaftlich tabuisierte Tötung ungeborenen Lebens zur Diskussion". Muscheln mit eingeborenen Embryonen verweisen auf "Aphrodite Persephassa" (Titel), die als Göttin der Liebe zugleich Tod und Zerstörung verkörpert.

ERWIN HIRTENFELDER

Ausstellung

Movimenti - Bewegungslinien. Künstlerhaus Klagenfurt. Bis 2. April 2010. Di. bis Fr. 12 bis 18 Uhr; Do. bis 20 Uhr, Sa. 9 bis 13 Uhr; Info: 0463/55383; www.kunstvereinkaernten.at

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