Wahl-Niederlage für Mathiaschitz
Nur 68,87 Prozent erreichte Maria-Luise Mathiaschitz beim SPÖ-Bezirksparteitag Donnerstagabend in Klagenfurt. Genau an dem Tag, an dem Manzenreiter seine Kandidatur als Landesparteichef zurückgezogen hatte.

Foto © Kleine Zeitung/Helmuth WeichselbraunMathiaschitz wurde von 33 Delegierten von der Liste gestrichen
Wie der Kleinen Zeitung aus einer internen Quelle Freitag früh exklusiv bestätigt wurde, erhielt Stadtparteivorsitzende Maria-Luise Mathiaschitz beim SPÖ-Bezirksparteitag Donnerstagabend in Klagenfurt nur 68,87 Prozent - und das als einzige Kandidatin. 33 Delegierte haben Mathiaschitz von der Liste gestrichen. Landesrat Peter Kaiser hingegen erreichte satte 94 Prozent, Stadtrat Manfred Mertel 92,6 Prozent und Gemeinderat Michael Matzan, vor zwei Jahren Gegenkandidat von Mathiaschitz, immerhin 78,4 Prozent.
Für Mathiaschitz war das nach der Wahl-Affäre rund um Ewald Wiedenbauer im Jahr 2007 wieder der erste richtige Parteitag. Mit 68,87 Prozent erreichte Mathiaschitz immerhin zwölf Prozent mehr als bei der Wahl vor zwei Jahren. Allerdings hatte sie damals einen Gegenkandidaten: Michael Matzan. Interessantes Detail im Zuge dieser aktuellen Entwicklungen: Mathiaschitz, die als große Manzenreiter-Befürworterin gilt, hat just an dem Tag diese "interne Niederlage" eingefahren, an dem Helmuth Manzenreiter seine Kandidatur als neuer SPÖ-Landeschef zurückgezogen hatte. Nach dem Abstimmungsergebnis sagte Mathiaschitz, dass sie "die Gräben, die offenbar immer noch da sind, zuschütten" will.
Deutliches Zeichen
Per Presseaussendung ließ Mathiaschitz Freitag am späten Vormittag ausrichten: "Wenn man in ein Gewitter geht, dann rauscht es. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder man versucht Gewitter generell zu vermeiden oder man verfolgt konsequent seinen Weg." Für sie sei das Wahlergebnis ein deutliches Zeichen. Mathiaschitz sei erfreut, "in dieser Situation das Vertrauen um zwölf Prozent" gesteigert zu haben. Ein Reformprozess sei immer schwierig, müssten doch altbekannte Muster und eingefahrene Wege verlassen werden. "Die SPÖ braucht Menschen an der Spitze, die sich nicht scheuen, Kanten und Ecken zu zeigen, auch auf die Gefahr hin, dass man Kritik einstecken muss."
Eine erste Reaktion auf das Wahlergebnis kam Freitagvormittag von Seiten der FPK. "Als alleinige Kandidatin lediglich 68 Prozent der Stimmen zu erhalten, sei wohl schon mehr als bedenklich", so der Klubobmann der Freiheitlichen in Kärnten, Kurt Scheuch. Mathiaschitz sei mit diesem Ergebnis als Kandidatin für einen Landesratsposten wohl endgültig aus dem Rennen, meinte Scheuch.
Features
Delegierte
119 Delegierte waren zum SPÖ-Bezirksparteitag eingeladen, 110 sind erschienen. 106 Delegierte nachen an der Mathiaschitz-Wahl teil, davon stimmten 73 für sie. Mathiaschitz erreichte so 68,87Prozent.














