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Zuletzt aktualisiert: 20.02.2010 um 19:52 UhrKommentare

Kaserne muss den "Stadtpalais" weichen

Erste Abrissarbeiten bei der Klagenfurter Waisenhauskaserne sind beendet. Baubeginn der Luxuswohnungen noch heuer im Spätsommer. Von Grünen hagelt es Kritik.

Karin und Nikolaus Lanner zeigen, wie das denkmalgeschützte Stabsgebäude künftig aussehen wird

Foto © Privat/LannerKarin und Nikolaus Lanner zeigen, wie das denkmalgeschützte Stabsgebäude künftig aussehen wird

Die ersten Abrissarbeiten der Waisenhauskaserne in Klagenfurt sorgten in den vergangenen Wochen für Furore bei den Klagenfurter Grünen und dem Verein Initiative Denkmalschutz. Am Fuße des Kreuzbergls soll nämlich auf dem rund 22.000 Quadratmeter-Areal der Waisenhauskaserne das luxuriöse "Stadtpalais Maria-Theresia-Park Klagenfurt" entstehen. Bauherren und Eigentümer sind der Rechtsanwalt Nikolaus Lanner und seine Gattin Karin, die das Areal im Juni 2009 um 3,67 Millionen Euro gekauft haben. Für die Luxuswohnanlage sollen - bis auf das unter Denkmalschutz stehende Stabsgebäude - alle Gebäude abgerissen werden. Die Grüne Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann kritisiert: "Die Baulinie mit dem denkmalgeschützten Stabsgebäude und den übrigen Gebäuden wird nicht eingehalten. Der Neubau des Kindergartens soll ganz an die Straße vorrücken und der Park wird durch Privatisierung fast halbiert." Der Verein Initiative Denkmalschutz beanstandet indes, dass nur das Stabsgebäude unter Denkmalschutz steht.

Jetzt nehmen Nikolaus und Karin Lanner zu den Vorwürfen der Klagenfurter Grünen Stellung: "Wir nehmen die Kritik der Gemeinderätin sehr ernst und halten uns peinlich genau an die vorgegebenen Bauvorschriften. Wir arbeiten eng mit der Stadtplanung zusammen und die sechs Stadtpalais werden die Höhe der bisherigen Kasernengebäude nicht überschreiten. Das denkmalgeschütze Stabsgebäude bleibt erhalten und wird nach einer umfassenden Renovierung als ,Palais Maria Theresia' in neuem Glanz erstrahlen." Der noch in den Altgebäuden untergebrachte Kindergarten wird verlegt und angrenzend an den Maria-Theresia-Park größer gebaut. "Wir haben dafür ein eigenes Verkehrskonzept erarbeitet. Das beinhaltet das Ein- und Aussteigen im Bereich direkt vor dem Eingang des neuen Kindergartens. Außerdem wird durch die Situierung des Neubaues im Anschluss an den bestehenden Spielplatz dem allgemeinen Sicherheitsbedürfnis Rechnung getragen", sagt Nikolaus Lanner.

Die Sorge um eine Privatisierung des Parks sieht Lanner als unbegründet: "Unsere Hälfte treten wir unentgeltlich an die Stadt ab, die andere gehört dem Siedlungswerk. Trotzdem werden wir den gesamten Park verschönern." Im Sommer, wenn der Kindergarten die neuen Räumlichkeiten bezieht, soll mit weiteren Abriss- und Bauarbeiten begonnen werden. Eine Fertigstellung ist für Ende 2011 vorgesehen.

KERSTIN OBERLECHNER

Projekt "Stadtpalais"

Kosten. Das Projekt "Stadtpalais Maria-Theresia-Park" wird Nikolaus und Karin Lanner rund 25 Millionen Euro kosten.

52 Luxuswohnungen. Größe zwischen 93 und 220 Quadratmetern, aufgeteilt auf sechs Stadtpalais. Im Zentrum befinden sich Pool und Fitnesscenter.

Quadratmeterpreis. Ab 3900 Euro aufwärts.

Baubeginn. Spätsommer 2010.

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