Fotoband: "Colours of Carinthia" bereichern
Zwei Fotografen, ein Projekt: Porträts von Menschen aus 50 Ländern, die in Kärnten leben. Wir haben exklusiv und vorab Einblick in das Buch erhalten.

Foto © Weichselbraun
In Klagenfurt leben Menschen aus rund 97 Nationen. So Daumen mal pi ist also die halbe Welt in Kärnten vertreten. Diese Vielfalt und Bereicherung wollen wir bewusst machen", schildert Fotograf Christian Brandstätter die Idee zum Projekt mit dem Arbeitstitel "Colours of Carinthia". Zusammen mit Foto-Profi Karlheinz Fessl hat er "Kärntner" Gesichter aus 50 Nationen in ausdrucksstarken Porträts abgelichtet.
Seit 2002 in Kärnten
"Die Politik arbeitet mit pauschaler Anonymität, diffuse Angst und Vorurteile werden so geschürt", sagt Brandstätter, "Wir machen den Schritt raus aus der Anonymität hin zu den konkreten Schicksalen. Wenn man dem Fremden ins Gesicht schaut, verfliegen die Ängste. " Die Bandbreite der Porträtierten reicht vom Arzt bis zum Zeitungskolporteur, vom äthiopischen Kind bis zur Frau aus der Ukraine. Im Rahmen einer Wanderausstellung sollen die Arbeiten ab Herbst präsentiert werden, zeitgleich soll ein Buch mit den Fotos, autobiographischen Kurztexten und Essays zum Thema "Heimat" erscheinen. Die Kleine Zeitung hat mit einem der Porträtierten gesprochen und bringt exklusiv einen (gekürzten) Vorabdruck aus dem Buch.
Seit 1992 in Kärnten
Hussein aus Tschetschenien
"Seit wir auf die Welt gekommen sind, haben wir Waffen gesehen. Mir geht es hier viel besser als zuhause. Natürlich will jeder in seiner Heimat sein. Aber niemand will im Krieg leben."
Seit 1999 in Kärnten
So wird Hussein (20) in "Colours of Carinthia" zitiert. Im Gespräch mit der Kleinen Zeitung schildert er, warum er den beiden Fotografen sein Gesicht zur Verfügung gestellt hat: "Ich habe von dem Projekt gehört und mir gedacht, wenn ein Tschetschene daran teilnimmt, ist das positiv für das Image unseres Landes." Hussein macht derzeit eine Metallbearbeiter-Ausbildung. Mit Ausländerfeindlichkeit war er immer wieder konfrontiert. "Ich versuche dann, ein Gespräch zu führen, aber wenn es nicht sein soll, soll es nicht sein." St. Veit betrachtet der Kriegsflüchtling, der seit 2004 in Kärnten ist, jedenfalls als seine zweite Heimat.
Features
Foto

Hussein ist vor sechs Jahren nach Kärnten gekommenFoto © Fessl













