Neue Chefin für das MMKK
Christine Wetzlinger-Grundnig soll als MMKK-Chefin wieder Ruhe in die "Burg" bringen. Mit einem deutlich anderen Kurs als ihre Vorgängerin.

Foto © KLZ/ Helmuth WeichselbraunDie neue MMKK-Chefin: Christine Wetzlinger-Grundnig
Die Entscheidung ist uns sehr leicht gefallen, aufgrund der fachlichen Kompetenz, aber auch aufgrund der menschlichen Komponente", streute Landeskulturreferent Harald Dobernig der neuen MMKK-Chefin Rosen und zeigte sich überzeugt, dass Christine Wetzlinger-Grundnig dem Museum Moderner Kunst Kärnten "wieder Ruhe und Stabilität bringen" werde.
Die gebürtige Klagenfurterin, seit 1995 Kunsthistorikerin im Dienste des Landes, trat gestern die Nachfolge von Andrea Madesta an, die letzten Sommer Kärnten fast fluchtartig verlassen hatte. Ohne dass ihr Name genannt wurde, war die Deutsche während der Pressekonferenz präsent: als Negativschablone, von der man sich demonstrativ distanzierte. Auch Kulturabteilungschefin Erika Napetschnig, bis zuletzt Madestas Gegenspielerin, gab ihrer Hoffnung Ausdruck, "dass das Haus endlich in ruhige Fahrwasser kommt".
Wie das zumindest fachlich funktionieren soll, skizzierte Wetzlinger-Grundnig anhand einiger grundsätzlicher Vorhaben. So soll das MMKK "vor Ort wieder besser positioniert werden und als führende Kunstinstitution in Kärnten anerkannt werden", kritisierte die MMKK-Chefin indirekt ihre Vorgängerin. Speziell die "rückläufigen Besucherzahlen" zeigten, "dass man hier mit ausschließlich internationaler Orientierung nicht sehr weit kommt". Angesichts des "verhältnismäßig geringen Budgets" müsse man sich fragen, "ob es für ein Museum in der Provinz sinnvoll ist, in internationalen Wettstreit zu treten". Vielmehr sehe sie die Kernaufgaben ihrer Institution im "Bildungsauftrag" sowie in der Förderung junger Kärntner Kunst. Dies wolle sie etwa mit Themenausstellungen umsetzen, bei denen Arrivierte neben Nachwuchskünstlern präsentiert werden sollen.
Als weitere Änderungen kündigte die MMKK-Chefin an, dass man künftige Ausstellungen durchwegs "selbst erarbeiten" - die bevorstehende Boeckl-Schau scheint da eher die Ausnahme zu sein - und Forschungslücken der vergangenen Jahre (Digitalisierung der Sammlungsbestände etc. ) schließen wolle.
Dass die 43-Jährige genügend Zeit für die Umsetzung ihrer Pläne haben wird, stellte Dobernig klar: "Frau Magister Wetzlinger ist keine Übergangslösung. Im Gegenteil: Auch wenn das MMKK ausgegliedert wird, werden wir mit ihr weiterarbeiten". Gerade diese Zusicherung hatte man Madesta "aus rechtlichen Gründen" verweigert.
Eine organisatorische Aufwertung bzw. Ausgliederung des Museums sei derzeit aber "kein Thema", so Dobernig, der die Museumschefin als "Sachgebietsleiterin" titulierte. Das war die Mutter dreier Kinder schon vor ihrer vierjährigen Karenz, als sie noch die Kunstsammlung des Hauses leitete.













