Klagenfurt: "Pleite", aber neue Büros
Designer-Möbel, Flachbildschirme, Marmorböden: Einige Büros im Klagenfurter Magistrat wurden "modernisiert". Kosten: rund 100.000 Euro.

Foto © KLZ/KoscherIn den vergangenen Wochen wurden die Büros der Stadträte Gunzer, Taschek und Mertel renoviert
Die Stadt Klagenfurt ist pleite. Dieser Satz wurde bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstag häufig benutzt. Nächstes Jahr werden deshalb freiwillige Leistungen gekürzt sowie Gebühren und Tarife durch Indexanpassungen für den Bürger drastisch erhöht.
Trotzdem wurden im Magistrat in den vergangenen sechs Monaten zwischen sieben und neun Büros erneuert. Darunter auch jene von den Stadträten Herbert Taschek (ÖVP), Manfred Mertel (SPÖ) und Vizebürgermeister Albert Gunzer (FPK-BZÖ). Rund 100.000 Euro haben die Maßnahmen verschlungen. Doch nicht nur diese drei Büros erstrahlen im Rathaus in neuem Glanz, sondern auch das Erdgeschoss: Marmorböden und Brandschutztüren sind neu. "Die Gesamtkosten beziehen sich auf alle Adaptierungsarbeiten. Diese umfassten die Büros der Referenten, Club-Sekretäre und jene im Europahaus", so Taschek.
Nicht jeder für Umbau
Stadtrat Wolfgang Germ (FPK-BZÖ), der sein Büro im Europahaus hat, weiß nichts von der Erneuerung: "Bei mir wurde angefragt, ob ich Designer-Möbel oder einen Flat-Screen haben möchte, doch ich habe das sofort abgelehnt. Einerseits muss ich die Verwaltungsreform durchdrücken und andererseits soll ich teure Möbel ordern? Das geht nicht." Gunzer hingegen rechtfertigt den Umbau so: "Mein Büro wurde seit 1994 nicht mehr verändert. Ich habe einen größeren Besprechungstisch bekommen. Mein Glastisch steht beim Kollegen Mertel im Büro." Jene Möbel, die ausgetauscht wurden, sollen künftig in anderen Büros oder in der Stadtgalerie ihren Platz finden.
Bürgermeister Christian Scheider (FPK-BZÖ) hat bis dato noch keines der neuen Büros gesehen: "Ich war über Reinigungs- und Malerarbeiten informiert. Ich habe den Referenten gesagt, dass nur die notwendigsten Dinge erneuert werden sollen."













