Eine Lücke mit vierfachem Inhalt
Gerhard Maurer, Lea Lugaric, Johannes Puch und Gudrun Zacharis haben Klagenfurter "Zwischenräume" fotografiert.
Klagenfurt ein Zwischenraum? Ein Raum für Zwischenräume? Der Standort bestimmt die Perspektive zum Angefragten. Vier, die ihr Handwerk meisterlich beherrschen, antworten mit ihren Kameras. Sie machen von der Landeshauptstadt am Wörthersee Seiten sichtbar, die viele gar nicht wahrnehmen (wollen). Ihre Fotos zeigen die abgenutzte Rückwand einer strapazierten Idylle. Die andere Seite. Zwischenraum als Leerraum zwischen Schriftzeichen; als Spalt, Fuge zwischen zwei Teilen; als kleiner Raum zwischen den großen Zimmern. Eine Lücke voll Inhalt.
Geisterstadt
Gerhard Maurer spürt die Zwischenräume in einer Geisterstadt auf. Ihre Schauplätze sind nur allzu bekannt. Aus der Tristesse und morbiden Ästhetik von Oberflächen schält er die "Tiefenstruktur" der Stadt. Im Gegenbild mutiert so die Wörtherseerose zur leeren Bühne, die im trüben Seewasser schwimmt. Zwischenraum als Einschnitt.
Leere Kaufläden
Ähnliche Lea Lugaric, die in Fotoprints Bilder leer stehender Kaufläden dekliniert und Klagenfurt in "Abstraktionen" aufhebt. Ihr Anliegen: Fotos, die "ihr eignes Aussehen bekommen". Verfremdung darin weist den Zwischenraum als Auflösung aus.
Reisende
Anders Johannes Puch. Er trifft Menschen, die kamen, um zu gehen. Durchreisende. Festgehalten hat er sie in Porträts parallel zu flüchtig verwischten Bildern zum Ort der Begegnung mit ihnen, nebst ihren Personalien. Ihre Blicke richten sich auf Fremde; auf uns. Vom Manager aus den USA bis zum Kindergartenkind aus China. Fremde in der Fremde. Zwischenraum als Differenz.
Traumtext
Gudrun Zacharias greift einen Traumtext von Alfred Gourban auf, um ihm fotografisch ein eindrucksvolles Wachgesicht zu geben. Zum anderen erfasst sie die Ruhe des britischen Soldatenfriedhofs in Klagenfurt in berührenden Bildern. Zwischenraum als Distanz.
Vier recht unterschiedliche Positionen, deren Gemeinsamkeit die hohe Qualität ist.












