Verein "Ballhaus" muss aus Geldnot aufgelöst werden
Aufgrund des Förderstopps ist der Verein "Ballhaus" gezwungen, zuzusperren. Klagenfurt "bedankt" sich mit einer 4500-Euro-Strafe wegen falsch geklebter Plakate.
Quelle © Filmvorschau | Foto: Kleine Zeitung DIGITAL "Ballhaus" muss aus Geldnot zusperren
"Gäbe es einen Nobelpreis für die Provinz: Karin Rauter-Zamernik müsste ihn bekommen", meint der selbst ernannte Ideengroßindustrielle Reinhard Eberhart zur Arbeit der "Ballhaus"-Geschäftsführerin.
Raus aus der musikalischen und kulturellen Kleinstadtlichtkeit - das war Programm von Rauter-Zamernik (44). Gleichzeitig wurde die Suche nach einem Veranstaltungsort und die Bittstellerei bei Politikern um ein paar Tausender Förderung zum Dauerzustand für die Klagenfurterin. Nach zwölf Jahren und mehr als 600 Konzerten, Lesungen und Performances muss Rauter-Zamernik den Verein "Ballhaus" aus Geldnot auflösen und den Betrieb im Schütte-Lihotzky-Haus beim Bahnhof einstellen. Als Abschiedsgeschenk bringt sie heute Abend die genialen Heuboden-Hiphoper "Attwenger" auf die Bühne.
Rauter-Zamernik und ihr Team haben nicht nur Top-Acts wie die Ärzte, die Toten Hosen, Einstürzende Neubauten und Deichkind nach Klagenfurt gebracht sondern auch durchgeknallte Typen wie Schorsch Kamerun (mittlerweile Festwochen-Regisseur).
Für die geleistete Aufbauarbeit der freien Szene "bedankt" sich die Stadt jetzt mit 4500 Euro Geldstrafe wegen 27 falsch geklebter Plakate. "Es wird mir bereits eine Ersatzfreiheitsstrafe angedroht", sagt Rauter-Zamernik enttäuscht. Gleichzeitig hat sie die Hoffnung, dass "eine neue Force" sich um die Alternativkultur kümmert -im Sinne der Rapper "Texta": "Es geht nicht darum, die Forderungen des Mainstreams zu erfüllen, sondern darum, die Menschen stärker zum Nachdenken zu bringen, Paroli zu bieten."










-Anzeigen
