Biotope in der Tintenburg
In der Kärntner Landesregierung begegnen einander interessante künstlerische Positionen: Birgit Knoechl, Lukas M. Hüller und Gernot Petjak.

Foto © Koscher/KLZHinter den Glasfassaden des verbirgt sich ein regelrechtes Biotop
Einen zweiten Nachhall zur Großausstellung "K08 - Emanzipation und Konfrontation" gibt es unter dem Motto der Nachhaltigkeit in den Atrien des Verwaltungszentrums des Landes Kärnten. Die beiden hohen Räume, über denen ein Glasdach die Sicht auf den Himmel frei gibt, ausgestattet mit flachen Wasserbecken, die durch künstliche, karg bewachsene Inseln gegliedert sind, werden als "Kunstbiotope" genutzt. Eingeladen wurden diesmal eine Objektkünstlerin und ein Kunstfotograf, um dem Verwaltungsgebäude, zumindest temporär, eine zusätzliche Sinndimension zu verpassen. Birgit Knoechl schafft das mit Latex und Pappe. Sie installiert zwei schwarze Gummiwellen in die Wasserbassins und lässt von hoch oben geometrisch anmutende Objekte herabhängen, die bei Erst Haeckels "Kunstformen der Natur" Anleihe genommen haben. Die speziell für den Raum entwickelte Inszenierung provoziert gediegene Sichtperspektiven.
Vordergründig konkreter, aber mit tückischem Hintersinn, setzt der international renommierte Fotograf Lukas Maximilan Hüller eines seiner großflächigen Panoramabilder in die sachorientierte Architektur. Seine nahe am Kitsch vorbeiziehende fotografische Inszenierung des Paradieses könnte man als Karikatur zur kargen Raumbepflanzung und der technokratischen Verwaltungswelt begreifen. Als anregend erweisen sich beide Gestaltungen auch nächtens, bei künstlicher Beleuchtung von außen zu sehen.
Klarheit im Foyer
Jung ist er und was er macht ist jedenfalls viel versprechend. Der Klagenfurter Gernot Petjak hat es schon mit Kunstpreisen unter Beweis gestellt. Nun zeigt in seinen letzten Arbeiten neue Entwicklungen in seiner Sicht auf Architektur.
Möblierungselemente des öffentlichen Raumes, die ehedem in seinen Gemälden vor leerem Hintergrund die Bilder dominierten, verschwinden. Der Bildraum gewinnt an Tiefe durch Reduzierungen. Petjak schält die Grundelemente von Architekturen heraus und abstrahiert das verbleibende Gerüst nochmals. So schafft er bestimmende Schwerpunkte und deutliche visuelle Achsen. Der Klarheit eine Gasse.
<Kunstbiotope
Verwaltungszentrum des Landes Kärnten. Mießtaler Straße 1. Klagenfurt. Mo - Do 7.30 bis 17 Uhr. Fr. 7.30 - 14 Uhr. Bis 28. Jänner 2010.
Gernot Petjak. Foyer des Regierungsgebäudes. Arnulfplatz 1. Klagenfurt. Mo - Do 7.30 bis 19 Uhr. Fr. 7.30 - 14 Uhr. Bis 8. Jänner 2010.












