Einbahnkonzept ärgert die Waidmannsdorfer
Einbahnen sollen im Univiertel im Westen von Klagenfurt für Verkehrsberuhigung sorgen. Hunderte Anrainer protestieren jedoch mit Unterschriften dagegen.

Foto © Koscher KLZAnrainerin Inge Weinzierl-Lukesch aus der Mozartstraße befürchtet viele leere Kilometer
Groß war die Hoffnung der Waidmannsdorfer, als die Stadt Klagenfurt vor einem Monat zur Präsentation des Verkehrskonzeptes Waidmannsdorf lud. Die Ernüchterung folgte.
Neben der Forderung nach besseren Busanbindungen und Lückenschlüssen im Radwegsystem konzentrierte sich Verkehrsraumplaner Kurt Fallast mit dem Ziel der Verkehrsberuhigung vor allem auf ein paar Einbahnen rund um das Univiertel. Just diese lassen nun die Anrainer der Universitätsstraße auf die Barrikaden steigen. Sie haben eine Liste mit 500 Unterschriften gegen die geplanten Einbahnregelungen gesammelt. Die Unterschriftenliste wurde bereits an den Verkehrsreferent der Stadt, Peter Steinkellner (ÖVP), geschickt. "Die Zahl der Unterschriften wundert mich nicht. Bei einem Verkehrskonzept ist immer ein Straßenzug Gewinner und einer Verlierer", reagiert Steinkellner gelassen. Er wartet nun, dass die Verkehrsplaner, die ein Jahr an dem vorgeschlagenen Einbahnsystem getüftelt hatten, andere Varianten ausarbeiten. "Nachdem die Unterschriften angekommen sind, hat es mit Verkehrsplaner Fallast bereits Gespräche gegeben. Wir arbeiten an einer Lösung. Er errechnet jetzt verschiedene Modelle, die werden noch einmal präsentiert", sagt Steinkellner.
Einbahn Univiertel
Im Univiertel wurde bislang Folgendes geplant: Ab der Apotheke dürfte man mit dem Auto in der Universitätsstraße nach Westen zur Uni und nach Osten in Richtung Stadt fahren, allerdings nur noch bis zur Ecke Schumanngasse. Von diesem Eck an wäre die Universitätsstraße eine Einbahn in Richtung Westen zur Uni, die an der Ecke Mozartstraße beginnt. Von der Mozartstraße aus wäre die Uni-Apotheke nicht mehr auf direktem Wege erreichbar wie bisher.
Zum Thema
Es ist nur ein Beispiel und es hört sich nicht nur kompliziert an, sondern ist es auch. "Damit müssten wir Anrainer aus der Mozartstraße jedes Mal mit der
Kirche ums Kreuz fahren", kritisiert Inge Weinzierl-Lukesch. Die 72-jährige Pensionistin, die seit mehr als 30 Jahren in der Mozartstraße lebt, versteht nicht, dass zur Verkehrsberuhigung überhaupt ein neues Einbahnsystem installiert werden muss. "Bisher ist es auch so ganz gut gegangen. Nur die Einhaltung des 30 km/h-Tempolimits sollte öfter kontrolliert werden", sagt Weinzierl-Lukesch. Sie glaubt, dass die Verkehrsbelastung durch die Verwirklichung des Einbahnen-Plans ansteigen würde.
"Rund um die Mozartstraße parken 500 Autos. Jeder müsste wegen der Einbahnen täglich zwei Kilometer weiter fahren", schätzt Weinzierl-Lukesch.
Aber wer weiß, wann und ob die Einbahnen kommen. "Das Verkehrskonzept wird so schnell es geht umgesetzt", so Steinkellner zwar, doch auf ein Datum legt er sich noch nicht fest.












