50 - und nicht mehr ganz frisch
Heute vor genau 50 Jahren wurde die Klagenfurter Messehalle mit Kärntens erster Kunsteisbahn eröffnet. Ein Blick zurück.

Foto © kkFoto vom Eröffnungsspiel 1959
Vom Natureis in der KAC-Arena in der Klagenfurter Magazingasse in die Messehalle auf Kunsteis - es war nicht nur ein Quantensprung, sondern der Beginn einer neuen Ära für das Kärntner Eishockey, und im Speziellen für den KAC. Es war der 22. November 1959: 5000 Zuschauer drängten sich bei Eintrittspreisen zwischen 12 und 28 Schilling vor dem Eröffnungsspiel gegen eine Auswahl von Helsinki in die Klagenfurter Messehalle. 800 kamen in den Genuss von Freikarten, als Bürgermeister Hans Ausserwinkler das Bauwerk, das für die weitere Entwicklung des Eishockeysport im Lande richtungsweisend sein sollte, eröffnete. Wie es zum Bau kam, kommt dem aufmerksamen Sportbeobachter irgendwie bekannt vor: Die Initiative ging - wie heute für einen Neubau - von einer Gruppe aus, die sich "Eissportfreunde" nannte.
"Es war höchste Zeit für diesen Wechsel", erinnert sich Hans Wagner, "denn wir waren nur noch acht Spieler". In Wien und Innsbruck hätte es schon Kunsteisbahnen gegeben, im Freien und auf Natureis bei oft unwirtlichen Verhältnissen zu spielen, schien einigen im KAC-Dress die Freude am Eishockeysport genommen zu haben. Um die Schlagkraft der Mannschaft zu heben, verpflichteten die Klagenfurter für die erste Kunsteisbahnsaison mit George Edwards als Spielertrainer, Tom Lemon und Desmond Senior drei kanadische Verstärkungen.
Gleich den Titel
Siehe da: Quasi als Gegenleistung für ihre neue Heimstätte holten sie auf Anhieb den Meistertitel - den fünften insgesamt. Die Saison erstreckte sich nicht mehr auf eineinhalb, sondern auf bis zu fünf Monate. Nicht weniger als 36 Spiele wurden bestritten. 27 davon wurden siegreich beendet, allen voran das Meisterschaftsfinale gegen Innsbruck (4:2). Die Zeitungen überschlugen sich in Lobeshymnen auf den "neuen" KAC. Vor allem Lemons "unnachahmliche Scheibenführung" verblüffte. Edwards, der Spielertrainer, galt als "harter
Hund": "Der hat schon einmal in der Kabine richtig losgebrüllt", erzählte heute Wagner, der zwei Jahre später seine Eisschuhe an den Nagel hängte.
Dann schrieb der KAC österreichische Sportgeschichte, als er von 1964 bis 1974 gleich elf Mal hintereinander den österreichischen Meistertitel nach Klagenfurt holte. Insgesamt sind es bisher 29 geworden - der letzte zum 100. Geburtstag des KAC, den er heuer feierte.
Als Geschenk hatten die Politiker dem Rekordmeister eine neue Eishalle in Aussicht gestellt. Denn die Messehalle wurde zwar im Laufe der 50 Jahre mehrmals umgebaut, ist aber ein Flickwerk geblieben. Wenn 5000 Zuschauer kommen, sehen 500 fast nichts. Abgesehen davon, dass die "Alte Dame" schon zu klein geworden ist. KAC-Präsident Karl Nedwed ist aber keiner, der so schnell resigniert. Zwar liegen einige neue Bau-Vorschläge auf dem Tisch, doch ist keiner dabei, der die Funktionäre in Jubelstürme versetzt. Notlösungen eben. Zum Leidwesen der Funktionäre und Fans dürfte sich an der alten und nicht mehr ganz frischen KAC-Heimstätte in den nächsten Jahren nicht viel ändern . . .
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War 1959 dabei: Hans Wagner (mit Sportstadtrat Manfred Mertel)Foto © Kuess
Die Stadthalle
Eröffnete am 22. November 1959. Kosten: 14 Millionen Schilling. Platz: 2282 Sitz- und 2700 Stehplätze. 1. Match: Der KAC besiegte eine Stadtauswahl von Helsinki mit 6:4. Heute fasst die Stadthalle 5300 Besucher.
Die Infrastruktur bietet außerdem Räumlichkeiten für 400 VIP-Gäste und 13 Umkleidekabinen.
Fünf Eishockey-Weltmeisterschaften wurden ausgetragen.












