Vom ewigen Universum der Verse
Für Josef Winkler, Juror beim Kärntner Lyrikpreis, ist Dichtkunst zeitlos.
"Lyrik war immer zeitgemäß und wird immer zeitgemäß bleiben", ist Büchnerpreisträger Josef Winkler überzeugt. Mit 21 habe er einst in der Klagenfurter Landhausbuchhandlung das "sprachliche Universum" des Paul Celan kennen gelernt und unter dem Einfluss dieser "zauberhaften neuen Welt" "Celan-Imitationen" geschrieben. Diese schlummern bis heute unpubliziert in seinem 20.000-seitigen Archiv und könnten eines Tages sogar das Licht der Öffentlichkeit erblicken, will der Prosa-Schriftsteller "nicht ganz ausschließen".
Derzeit begnügt sich Josef Winkler aber mit seiner Rolle als Lyrik-Sachverständiger. Erst kürzlich hat er als alleiniger Juror den Erich-Fried-Preis 2009 an die deutsche Dichterkollegin Esther Dischereit vergeben. Nun folgt sein Einsatz als Juror beim "Kärntner Lyrikpreis", den die "Stadtwerke Klagenfurt Gruppe" zum zweiten Mal ausgeschrieben hat. 176 Kärntnerinnen und Kärntner haben sich diesmal um den mit 3000 Euro dotierten Hauptpreis beworben. Rund 200 waren es im Vorjahr, was Winklers These von der Zeitlosigkeit des Genres zu stützen scheint.
Als Sieger ging zuletzt der Klagenfurter HAK-Professor Josef Stutz vom Feld. Wer ihm nachfolgen wird, ist am 3. Dezember Gegenstand eines öffentlichen Hearings im Festsaal der Stadtwerke. Ob einer oder gar mehrere der zwölf Finalisten das Zeug zur großen Dichterkarriere haben, bleibt abzuwarten. Laut Winkler haben das bislang nur wenige geschafft, in Kärnten am ehesten Gustav Janus, dessen slowenische Gedichte nicht zuletzt dank des Gelegenheitslyrikers und Übersetzers Peter Handke ein breites Publikum fanden.












