Geburtstagsfest mit einem Geiger als Festtagsbraten
Die Jeunesse feierte ihr 60-jähriges Bestehen.
Die Musikalische Jugend versteht ihre Feste zu feiern. Österreichweit mit insgesamt 25 Konzerten. Auch Klagenfurt durfte da nicht fehlen. Immerhin wird die Kärntner "Filiale" organisatorisch höchst professionell seit 1987 von Wolfgang Czeipek geleitet, dem so manche herausragende Konzertveranstaltungen zu verdanken sind.
So auch das Konzert zum 60-Jahr-Jubiläum, das dem Kärntner Publikum einen besonderen musikalischen "Geburtstagsbraten" bescherte: Der 1985 in Brüssel als Sohn einer griechischen Mutter und eines japanischen Vaters geborene Geiger Noë Inui begeisterte mit einer virtuosen Aufbereitung des Soloparts in Mendelsohns Violinkonzert opus 64. Mit seiner Stradivari näherte sich der junge Solist dem ohrwurmverdächtigen Opus mit einer ganz besonders fließenden Tongebung. Eine gleichsam "singende" Violine mit einer von Note zu Note immer strahlender klingenden Ausführung prägte eindrucksvoll das dynamisierte Hörerlebnis. Von Czeipeks Dirigat in Ruhe gelassen und vorwiegend akzentuiert von der "Cappella Istropolitana" begleitet, vermochte sich der Solist so richtig zu entfalten. Schon wieder ein Jungstar am Geigenhimmel? Möglich ist alles!
Mit Ausschnitten aus Händels "Feuerwerksmusik" wurde der Abend geburtstagsgerecht eröffnet. Mit etwas zu lautstark und krachend eingesetzten "Böllern" aus dem Kreis der Blechbläser und mit einem fast schon ausschließlich um militärische Präzision bemühten Dirigenten. Und zum guten Ende auch ein versöhnlicher orchestraler Schlusspunkt: gesetzt mit Haydns G-Dur Sinfonie Nr.94 "Surprise", welche die Musiker aus Bratislava engagiert und mit vorwiegend hörenswerten klanglichen Differenzierungen interpretierten. Und wenn ein Menuett wie ein Holzschuhtanz erklingt, muss natürlich ein solches Unterfangen zur Freude des eher gesetzten Publikums wiederholt werden.
Altersfrage
Offen bleibt allerdings, warum diesem von der Musikalischen Jugend veranstalteten Konzert die eigene Klientel so gut wie fern blieb. Abgesehen von einigen leeren Sitzreihen wurde der große Konzerthaussaal vorwiegend vom "Musikalischen Alter" besetzt. Ein Festkonzert für all jene, die bereits vor 60 Jahren den ersten Konzerten dieser so faszinierenden Organisation lauschen durften?













