Kuschelmonster für Kinderrechte
500 Kärntner Kinder und Jugendliche machten bei einem Mal- und Schreibwettbewerb mit, der ihnen ihre Rechte bewusst machen soll.
Sage noch mal jemand, junge Menschen hätten keine Interessen! Rund 500 malten und beschrieben, was ihnen zu "Recht auf Bildung" eingefallen ist. Dazu aufgefordert hat sie die Kärntner Kinder- und Jugendanwältin Astrid Liebhauser: "Man muss wissen, dass man Rechte hat, sonst kann man sie nicht einfordern." (Was bekanntlich nicht nur für Kinder gilt.) Und bei der Preisvergabe im größten Uni-Hörsaal gratulierte Vize-Rektorin Jutta Menschik den fast 400 Schülern und Kindergarten-Kids "zu der Klugheit und Phantasie in ihren Köpfen".
Angst-Lust. Zu Recht, denn mit lockerer Hand zertrümmerten Kinder und Jugendliche alles Bleierne, das dem Begriff "Bildung" anhaftet. Der sechsjährige Paul Slamanig vom Pfarrkindergarten St. Marienheim in Klagenfurt etwa malte ein Phantasiesucher-Tier. Das ist zwar keine anerkannte Berufsbezeichnung, aber der kleine Mann hat erfrischend direkten Zugang zu den Bereichen des Fühlens, da Sigmund Freud mühsam erobern musste. "Mein Tier kann sprechen, es sagt ,Hula Bula', das heißt ,mein Freund' und es hat drei Fangarme, mit denen es mich packen und fressen will - aber in Wirklichkeit nur kuscheln." Soviel zum Thema Angst-Lust.
Zeichentalent. Autorin Sarah Kampitsch (14) vom Bundesgymnasium Porcia in Spittal hat die Regeln exzessiv, aber korrekt ausgelegt: Zwei Seiten waren bei ihr zwei volle Seiten, lange Zeilen, kleinster Zeilenabstand. Herausgekommen ist die reife und anrührende Geschichte eines Mädchens und seiner Großfamilie, deren Ernährer Arbeit sucht und nicht will, dass seine Tochter ihr enormes Zeichentalent nutzt, weil er fürchtet, sie könnte enttäuscht werden. "Ich schreibe, ohne zu wissen, wie das Ende ist. Woher die Gedanken kommen? Keine Ahnung, auf einmal sind sie halt da."
Förderung. Beide verdanken den Erfolg wohl auch ihren Pädagoginnen. Bei Paul ist es "Tante Veronika" Wunsch, bei Sarah Professorin Elisabeth Unterlass: Sie haben die Arbeiten ihrer Schützlinge nicht beeinflusst, sondern nur Anregungen gemacht oder Schwachstellen aufgezeigt, ohne zu verbessern. Das ist Förderung! Während der Preisverleihung spiegelten manche Schülergesichter Frust wieder: wohl weil sie beim Wettbewerb nicht mitgemacht haben, weil sie das "uncool" oder anstrengend fanden. Keine Sorge: Im nächsten Jahr gibt es ja wieder eine Chance . . .














