Maier: "Nachwuchs soll Schi selbst präparieren"
Hermann Maier sprach gestern in Klagenfurt über Weltcup-Rennen in Übersee, Bode Miller, die Zukunft des Schisports und Doping.

Foto © GEPAHermann Maier mit Fans
Sie kommen in den Süden Österreichs und bringen die Kälte mit. Ist das ein Indiz dafür, dass Sie weiter fahren?
HERMANN MAIER: Erstes - so kalt kann es nicht sein, denn ich war heute in der Früh im Wörthersee schwimmen und es war angenehm. Zweitens - ich werde immer weiter fahren, mit dem Auto und den Schiern. Die Frage ist nur, tue ich es im Weltcup?
Und, tun Sie es?
MAIER: Da Raiffeisen die Partner schaft mit mir gerade verlängert hat, muss ich. Ja, die Saison 2009/10 bestreite ich auf alle Fälle.
Nur in Abfahrt und im Super G, oder auch noch RTL?
MAIER: Drei Disziplinen werden es auf alle Fälle sein. Abfahrt, Super G und Er & Sie-Läufe. Der Riesentorlauf ist für mich nur noch im Training ein Thema. Oder, na ja, schauen wir einmal, es ist ja jetzt erst Juni.
Viel Zeit bis zum Weltcup-Auftakt in Sölden bleibt aber nicht mehr. Können Sie schmerzfrei trainieren?
MAIER: Wenn ich in Sölden fahre, bleibt nicht mehr viel Zeit, das ist richtig. Ganz schmerzfrei bin ich nicht, musste doch am 21. März mein rechtes Knie athroskopiert werden. Sehr zu meinem Erstaunen geht es beim Training ganz gut. Echte Probleme macht mir nur normales Spazierengehen.
Das müssen Sie nur im Urlaub. Wo haben Sie den verbracht?
MAIER: In Reha-Einrichtungen, auf dem Rennrad und dem Ergometer. Genau vier Tage blieben mir heuer Zeit zum Ausspannen. Wenn ich es genau nehme, trainiere ich seit zwei Jahren durch. Dazu gibt es für uns Sportler keine Feiertage. In den vergangen Wochen wäre es mir auch recht gewesen, wenn es für die anderen Menschen keine gegeben hätte. Dann wären weniger Autofahrer auf den Straßen gewesen, hätte ich beim Radln nicht so aufpassen müssen.
Sie reden immer nur vom "Trockentraining", ist Schnee gar kein Thema für Sie?
MAIER: Auf Schi stehe ich frühestens Ende Juli. Im August geht es dann für drei Wochen ins Trainingslager nach Chile. Das ist dann genug Schnee.
Schnee ist ein gutes Stichwort. Die Weltcup-Rennen in Übersee stehen in der Kritik. Viele fordern weniger Bewerbe, der Tross soll früher nach Europa zurück kehren. Ist das auch Ihre Meinung?
MAIER: Nein, ich bin begeistert von den Rennen in Kanada und den USA. Auf die kann ich mich in aller Ruhe und Abgeschiedenheit vorbereiten. Außerdem sind Ende November die Gier und der Gusto der Fans auf den Winter groß. Daher sind die TV-Übertragungen zur Primetime geradezu ideal.
Features
Zur Person
geboren am 7. Dezember 1972
Wohnorte: Flachau, Salzburg, Attersee
Familienstand: ledig, Freundin Steffi Sturm (Ex-Leichtathletik)
Verein: USC Flachau
Beruf: Maurer/Schirennläufer
Größe/Gewicht: 1,81 m/80 kg
Größte Erfolge: Olympiasieger 1988 in Nagano im Super G und Riesentorlauf; Weltmeister 1999 in Vail in Abfahrt und Super G, 2005 in Bormio im RTL. Vier Weltcup-Gesamtsiege 1997/98, 1999/2000, 2000/01, 2003/04. Zehn Einzel-Weltcup-Disziplinen-Erfolg in Abfahrt, Super G und RTL.
Foto

Freundin Steffi Foto © GEPA















