"Der Kardinalplatz ist ein Stiefkind"
Immer mehr Geschäfte wandern vom Klagenfurter Kardinalplatz ab. Die zurückbleibenden Unternehmer fordern nun mehr Initiative der Politik.

Foto © WeichselbraunAuf dem Kardinalsplatz stehen etliche Geschäfte leer
Seit Jahren taucht der Klagenfurter Kardinalplatz in den Negativ-Schlagzeilen auf. Immer wieder wurde gefordert, dass der verwaiste Platz belebt wird. Gelungen ist das trotz der Eröffnung des Jazz-Clubs Kammerlichtspiele im Oktober 2008 bisher nicht. "Dafür müsste es Konzerte im Freien geben, was ja à la longue geplant ist", sagt Stadtplanungsreferentin Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ).
Sanierungsbedarf. Die rote Vizebürgermeisterin gibt zu: "Der Kardinalplatz gehört saniert - wirklich einladend ist er derzeit nicht." Das zeigt sich auch im Geschäftsleben. So gibt es Lokale am Platz, in denen es in den vergangenen Jahren mehrfache Betreiberwechsel gegeben hat. In anderen Fällen wandern Unternehmen gleich ganz ab. So hat vor wenigen Wochen etwa Haarprofi Steindl den Standort gewechselt. Dieser Tage ist die Obelisk-Apotheke vom Kardinalplatz an den Völkermarkter Ring gezogen, um den Kunden eine größere Verkaufsfläche und Parkplätze zu bieten.
Bedenklich. Für die zurückbleibenden Unternehmer ist dies bedenklich: Denn leer stehende Geschäfte machen oft kein schönes Bild und die Frequenz droht noch weiter zu sinken. "Ich kann nur überleben, weil ich sehr viel Stammpublikum habe", sagt etwa Erwin Trondl, der seit acht Jahren die "Poterne" betreibt. Er kritisiert: "Für die Politik ist der Kardinalplatz ein Stiefkind. Das zeigt sich zu Weihnachten und Ostern - nie wird der Platz dekoriert, obwohl er einer der schönsten Klagenfurts ist." Mehr Initiative der Politik fordert auch sein "Nachbar" Hans Brunner von "BioEins": "Ideen gibt es genug, doch es hapert an der Umsetzung."
Arbeitsgruppe für alle Plätze. Laut Mathiaschitz könnte sich bald etwas verändern: "Eine Arbeitsgruppe bewertet alle Klagenfurter Plätze. Sobald sie fertig ist, kann man auch Maßnahmen setzen." Die SPÖ-Politikerin will die Charakteristiken der Plätze stärker herausarbeiten und Wohnungen in der Stadt schaffen, um für mehr Frequenz zu sorgen.














