Kreditklemme und Koperna
Die Chefs der Landesspitäler-Holding Kabeg haben den rauen Wind auf den Finanzmärkten bereits zu spüren bekommen.
Wegen der Zurückhaltung der bisher spendablen Banken ist man ausgerechnet in der Fertigstellungsphase des "LKH Klagenfurt" neu in eine akute Kreditklemme geraten, sodass nun die Option einer Finanzierung durch das Land - das ohnehin für die Kabeg-Darlehen haftet - geprüft wird.
Im Regen stehen lassen. Doch welches Gewicht hat das Land als direkter Schuldner noch, wenn die Banken Landesgesellschaften trotz seiner Bürgschaften im Regen stehen lassen? Als Beleg hiefür stehen auch die Erfahrungen der Landesimmobiliengesellschaft (LIG) in Zusammenhang mit der Ausschreibung eines gewünschten Darlehens in Höhe von 15 Millionen Euro. Ein renommiertes Institut soll gar mit dem Hinweis auf "seltsamen Umgang des Landes mit Rechnungsabschlüssen" dankend abgelehnt haben, was LIG-Geschäftsführer Rene Oberleitner jedoch dementiert. Aber selbst Oberleitner räumt ein, dass eine Haftung durch das Land nicht mehr den Stellenwert hat, wie bisher. "Etlichen Banken war jedoch einfach die Summe zu gering", glaubt er. Tatsächlich scheinen die Banken aber einfach vorsichtiger geworden. "Die Struktur der Finanzierung ist nicht leicht darstellbar", umschrieb ein Banker elegant, warum man unter anderem dankend auf das Geschäft verzichtete.
Kein Thema. Die Kreditklemme wird Mittwoch bei der konstituierenden Sitzung des neuen Kabeg-Aufsichtsrates aber kein Thema sein. Causa Prima ist die Zukunft des Klagenfurter LKH-Med-Direktors Thomas Koperna, für dessen Abberufung sich die Landespolitik nach einer Protestnote der Ärztebelegschaft in der letzten Aufsichtsratssitzung einstimmig ausgesprochen hatte. Die Interims-Kabeg-Bosse Dieter Errath und Johann Marhl verlangen für die Umsetzung des Beschlusses aber eine Weisung der Personalreferenten Harald Dobernig (BZÖ) und Josef Martinz (ÖVP), vor der die Politik offenbar zurückschreckt - schließlich geht es um eine Abschlagszahlung in Höhe von kolportierten 850.000 Euro an Koperna (Folge davon, dass Ex-Kabeg-Chef Franz Sonnberger an seinem letzten Arbeitstag im Vorjahr dem umstrittenen LKH-Chef eigenmächtig einen neuen Fünf-Jahresvertrag ausstellte).
Integrationsfigur gesucht.
Allen Parteien ist aber bewusst, dass Koperna auf seinem Posten unhaltbar ist, weshalb man jetzt fieberhaft über eine Lösung nachdenkt, wie man das Spital befrieden und sich einen "goldenen Handschlag" ersparen kann. Mögliche Variante: Koperna bleibt für das "LKH neu" zuständig, "echter" Med-Direktor wird aber eine Integrationsfigur.













