Letzter "Zapfenstreich" für die Waisenhauskaserne
Das Bundesheer speckt ab. Am Mittwoch wurde auch in der Klagenfurter Waisenhauskaserne zum letzten Mal angetreten. Die Kleine Zeitung war vor Ort.

Foto © Kleine Zeitung DIGITAL/Helmuth WeichselbraunIn der Waisenhauskaserne wurde heute zum letzten Mal die Flagge eingeholt.
Am Kasernenplatz der Waisenhauskaserne sind sie alle angetreten: Die Soldaten der Stabskompanie, der Militärmusik, des Truppenübungsplatzkommandos und der Militärpolizei. Sie alle waren in der ältesten Kaserne Kärntens untergebracht und nehmen nun Abschied.
Militärische Geschichte geht zu Ende.
Zum letzen Mal erklingt am Exerzierplatz die Landeshymne, zum letzen Mal wird die Bundesflagge eingeholt. Eine militärische Geschichte, die 1784 in einem stillgelegten Waisen-
Käufer gesucht.
Die Kaserne wird nun von der Republik über die Gesellschaft mit dem sperrigen Namen Strategische Immobilien Verwertungs-, Beratungs- und EntwicklungsgesmbH - kurz Sivbeg - zum Verkauf angeboten. Ob es schon Interessenten für die Waisenhauskaserne gibt, will Ernst Eichinger,
Pressesprecher der Sivbeg nicht sagen. Nur so viel: "Die Angebotsfrist endet am 15. Mai und die Republik erwartet sich zumindest 3,6 Millionen Euro für das Objekt." Für potentielle Investoren interessant: Das Stabsgebäude in der Deutenhofenstraße ist unter Denkmalschutz und es gibt unbefristete Mietverträge, unter anderem mit dem städtischen Kindergarten "Du und Ich".
"Ausmarschieren."
Die im Kasernengebäude verbleibenden Kindergartenkinder sind jedenfalls trotz Regens auch zur Abschiedszeremonie "angetreten", um ihren soldatischen Mitbewohnern Lebwohl zu sagen. Diese haben in den letzten Tagen die Kaserne völlig ausgeräumt und sind in ihre neue Heimat die Khevenhüller Kaserne übersiedelt. Die letzen "Ausrüstungsstücke" die verladen und abtransportiert werden sind die Notenblätter und Instrumente der Militärmusik.
Die Zeremonie endet mit dem letzen Befehl, der je in der Waisenhauskaserne ausgesprochenen werden wird: "Ausmarschieren."
Die älteste Kaserne
Waisenhaus. Ursprünglich wurde das Gebäude 1760 als Heim für Militärwaisen aus der gesamten Monarchie erbaut, jedoch musste es wegen unhaltbaren Zuständen (Kinderarbeit) still gelegt werden.
Kaserne. Ab 1784 diente das Waisenhaus zum ersten mal als Kaserne, damals lag das Areal noch außerhalb der Stadt.
Zigarrenfabrik. Zwischen 1858 und 1866 beherbergte die Kaserne eine Zigarren-
Zweiter Weltkrieg. In den Kriegstagen war eine Langwellensendestation des Reichsfunks in der Kaserne untergebracht














