Ein lustiger Suppenwürfel: Shakespeare in Klagenfurt
Prinz Hamlet im Dänischen Bettenlager: Das Stadttheater Klagenfurt zeigt im Napoleonstadel ein pointenreiches Shakespeare-Destillat.
Den kompletten Shakespeare in einen einzigen respektlos spritzigen Theaterabend gestopft? Klappt doch, sieht man sich das Stück "Shakespeares sämtliche Werke, leicht gekürzt" an, das in der Regie von Nicole Claudia Weber im Napoleonstadel Premiere hatte - als umwerfende Erfindung des Autorentrios Adam Long, Daniel Singer und Jess Winfield. Die Aufführung des Stadttheaters, das mit dieser Produktion den benachbarten Napoleonstadel bespielt, ist ein wahres Pointenfeuerwerk, das von den drei Protagonisten Livio Cecini, Reinhold G. Moritz und Roman Schmelzer mit Verve umgesetzt wird.
Komprimiert. Alle 37 Stücke aus der Feder des einflussreichen Dramatikers kommen quasi komprimiert auf Suppenwürfelgröße daher. Es beginnt mit "Romeo und Julia", wo die drei Schauspieler aus dem Vollen schöpfen, wenn sie rasante Kostüm- und Rollenwechsel, Akrobatik, Fecht-, Rauf- und Schmachtszenen samt Balkon so richtig auskosten. Und das Publikum mit ihnen.
Fallende Kurse statt fallender Würfel. "Antonius und Kleopatra", das merkwürdige Drama "Troilus und Cressida", der "Sommernachtstraum" als superkurze Seifenblase - alles wird entweder kurz erwähnt, manches aber in Shakespeare-zeitlichen, oder aktuellen Rap- oder Fußballversionen wort- und tatkräftig ausgespielt, bis hin zum "Alitalia e acta est".
Der Witz liegt in der Tragik. Dass die Ausstattung von Säbel bis Schädel, den Hamlet in der letzten Sequenz mit Hinweis auf das für ihn zu säubernde "Dänische Bettenlager" beschwört, perfekt ist, darf als zusätzlicher Pluspunkt der Aufführung gelten. Diesen erfrischenden Theaterabend, bei dem man auch Seitenhiebe auf die aktuelle Politik genießen kann und nebenbei noch die wichtigsten Inhalte des weitläufigen Opus des großen Engländers memoriert, sollte man sich jedenfalls unbedingt gönnen. Man wird uneingeschränkt zustimmen, wenn die Schauspieler behaupten: "Die Komödien sind halb so lustig wie die Tragödien!"














