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Zuletzt aktualisiert: 03.04.2009 um 05:17 UhrKommentare

Kunden fahren ab auf die Schrottprämie

Ein Coup ist der Regierung mit der Verschrottungsprämie gelungen. Am ersten Tag wollten schon über tausend ihre alte Kiste gegen ein neues Auto eintauschen, die allesamt umweltfreundlicher sind.

Verschrottungsprämie zeigt Wirkung

Foto © AP/SymbolbildVerschrottungsprämie zeigt Wirkung

Die Öko- oder Verschrottungsprämie zeigt Wirkung. Sie ist zwar erst seit gestern in Kraft, wurde aber schon mehr als 1000 Mal von österreichischen Autohändlern abgerufen.

Bringt Bewegung in den Markt. "Eine gute Sache für den Autohandel, damit kommt wieder Bewegung in den Markt", bestätigt der Gremialvorsteher des Kärntner Autohandels, Hubert Aichlseder, die positive Wirkung. In seinem Renault/Dacia Autohaus in Klagenfurt sind gestern 20 Anträge für die Prämie an das Finanz-ministerium gerichtet worden. "Statt Geld auf der Bank zu niedrigen Zinsen zu horten, leisten sich viele jetzt ein neues Auto zum attraktiven Preis", beobachtet Aichlseder. "Es ist ein echter Impuls. Die meisten Autobesitzer, die ihr Fahrzeug zur Verschrottung bringen, wären sicher noch ein Jahr weiter gefahren", ist Thomas Enzi, Chefverkäufer bei BMW Denzel, überzeugt. 15 Autos sind bei Denzel zur Verschrottung angemeldet. "Wir sprechen auch viele Fremdmarken an, es kommt so ziemlich alles herein. Bei manchen schönen Fahrzeugen blutet mir aber das Herz", bekennt er.

Sehr bürokratisch. Bekanntlich müssen die Autos mehr als 13 Jahre alt sein, damit die Prämie ausgezahlt wird. Die Abwicklung erledigt der Autohändler, die 1500 Euro pro Auto überweist das Finanzministerium. Enzi kritisiert die komplizierte Abwicklung. "Wir brauchen pro Kunden zwei Stunden." Dabei treibt auch die Bürokratie Blüten. Die alte Blechschüssel, die zur Verschrottung frei gegeben wird, muss ein gültiges Pickerl aufweisen. "Wenn das Pickerl abgelaufen ist, müssen wir das Auto mit einem neuen versehen, bevor es in die Verschrott-ung geht", wundert sich Enzi. Aichlseder sieht den großen Vorteil der Prämie vor allem im Umweltfaktor. "Jedes der Autos, das vom Markt genommen wird, ist ein Gewinn für die Umwelt." Die Treibstoff sparenden, neuen Autos blasen weniger CO2 in die Atmosphäre. Der Gremialvorsteher sieht auch einen Sicherheitsaspekt: "13 Jahre alte Autos sind einfach nicht mehr verkehrssicher. Es ist gut, wenn sie aus dem Verkehr gezogen werden."

Tendenz zu Kleinwagen. Bei allen befragten Händlern ist die Tendenz zum kleinen Auto auffällig. Wobei das Lowcost-Auto Dacia um 7990 Euro der Renner ist. Auch bei BMW sind es eher die kleineren Modelle, die nachgefragt werden. Ernst Igerc von Seat Igerc in St. Michael hat durch die Prämie schon 16 Autos verkauft. "Diese Kunden hätten keinen Neuwagen gekauft, sondern einen gebrauchten. Die Regierung hat den Topf mit 22,5 Millionen Euro gefüllt. Igerc hofft, dass nachgefüllt wird, wenn er geleert ist und die Aktion, wie in Deutschland, verlängert wird. Dort ist dem Staat das Abwracken 2500 Euro wert. Die Zahl der Anträge ist daher auf mehr als eine Million gestiegen. Die geplante Obergrenze von 600.000 Prämien für den Kauf eines Neuwagens ist weit überschritten. Der Fördertopf von 1,5 Milliarden Euro soll noch bis Jahresende aufgestockt werden.

ELISABETH TSCHERNITZ-BERGER

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