Auf den Spuren des "wehrhaften" Klagenfurt
Vor rund 200 Jahren wurden die Stadtmauern der Landeshauptstadt von den Franzosen gesprengt - Grund genug für eine kleine Zeitreise.

Foto © WeichselbraunJoachim Eichert vom Landesarchiv wird erläutern, wo Reste der Stadtmauern und sogar französische Kanonenkugeln zu sehen sind
Nach einem Leben hinter Stadtmauern strebt heute wohl kein Klagenfurter mehr. Doch jeder, der glaubt, die Befestigungsanlagen seien deshalb völlig verschwunden, irrt. Denn heute noch sind Spuren im Stadtbild zu entdecken.
Reste der Stadttore. Joachim Eichert vom Kärntner Landesarchiv, der am Montag im Diözesanhaus über das "Wehrhafte Klagenfurt" referiert, will zeigen wo: "Es gibt zum Beispiel noch Reste der Stadttore am Villacher Ring." Auch am Pfarrplatz und in der Wiener Gasse kann man fündig werden. Über 50 Jahre lang wurde im 16. Jahrhundert an den Klagenfurter Stadtmauern gebaut. Vor fast genau 200 Jahren - Ende 1809/Anfang 1810 -wurden sie von den Franzosen niedergerissen. "Es war eine willkürliche Aktion. 14 Tage lang wurde gesprengt", so Eichert. Der Schaden war zwar enorm, dennoch kann man dieser Attacke etwas Positives abgewinnen. Immerhin ist die Stadt zu diesem Zeitpunkt schon längst über ihr enges Mauern-Korsett hinausgewachsen und hat sich dadurch noch weiter ausbreiten können.
Spießbürger. Das Wehrhafte war nicht nur auf Bauwerke beschränkt. "Bis zu Maria Theresia - also bis ins 18. Jahrhundert - war es selbstverständlich, dass jeder einzelne Bürger für die Verteidigung der Stadt bereitstand", sagt Eichert. Aus dieser Zeit blieb ein Begriff, der immer noch geläufig ist, erhalten: der Spießbürger. Heute bezeichnet er, den etwas biederen, kleinkarierten Menschen. Damals war damit der Bürger, der sich als Waffe nicht mehr als einen Spieß (Stange mit scharfer Spitze) leisten konnte, gemeint.
Features
Vortrag
Wehrhaftes Klagenfurt. Montag, 19 Uhr, Diözesanhaus (Tarviser Straße) von Joachim Eichert.
Veranstalter. Katholischer Akademikerverband und Katholisches Familienwerk.













