Zuletzt aktualisiert: 24.02.2009 um 18:25 Uhr
Hilfe für Eltern von Schreibabys
Kinder mit Regulationsstörungen sind in der Medizin bekannt. Eltern von Schreibabys können sich in der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am LKH Klagenfurt beraten lassen.

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Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass ein 19-Jähriger ein sieben Wochen altes Baby so schwer misshandelt hat, dass das Kind 23 Brüche erlitt. "Täter ertragen oft das Schreien nicht", nannte die Psychoanalytikerin Jutta Menschik als mögliche Erklärung dafür, dass der Mann derart ausgerastet ist. So genannte Schreibabys sind in der Medizin durchaus bekannt - und für Eltern gibt es effiziente Hilfe. In der Allgemeinen Ambulanz der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am LKH Klagenfurt wird entsprechende Beratung angeboten.
Keine Schuldzuweisung. "Von einem Schreibaby sprechen wir, wenn ein Kleinkind exzessiv schreit und sich nicht beruhigen lässt", sagt der Kinderarzt Ewald Pichler. Ursachen können in einem unsicheren, unruhigen Umfeld des Kindes zu suchen sein. "Ein Schreibaby ist für die Mutter ungemein anstrengend. Daher ist Entspannung für die Mutter ganz wichtig. Denn wenn sie sich wohl fühlt, wird sich auch das Kind wohl fühlen", erklärt Pichler. Dabei geht es keineswegs um Schuldzuweisungen. Schließlich kennt die Mutter durch die enge Bindung, die ja schon in der Schwangerschaft einsetzt, ihr Kind am besten. "Sie sollte sich beim Umgang mit dem Baby auch auf ihren Instinkt verlassen", so Pichler.
Hilfe und Beratung. Die Beratung für Mütter und Väter von Schreibabys oder anderen Regulationsstörungen (Fütter- oder Durchschlafprobleme) steht allen Eltern von Kindern bis zum dritten Lebensjahr offen. Meist reichen zwei bis drei Beratungsstunden aus, um die Interaktion zwischen Eltern und Kind auf eine neue Schiene zu bringen. Anmeldungen unter Telefon 0463/ 538-39500.