"Man wollte keine geschlossene Station"
Nach Drama um 15-Jährige entkräftet LKH-Direktor Vorwürfe, dass Sicherheitsbedenken ignoriert wurden.
Die Fenster in der Kinder- und Jugend-Psychiatrie lassen sich trotz Verriegelung mit Gewaltanwendung aufreißen, wie mehrere Vorfälle zeigten. Darüber gibt es seit Jahren einen Briefwechsel zwischen Abteilung und Spitalsverwaltung."
Offene Psychiatrie. Auf dem Prüfstand steht, jetzt ganz besonders, die Entscheidung des langjährigen Abteilungsvorstands Georg Spiel, nicht am offenen Charakter der Abteilung zu rütteln. Nachdem technische Hilfsmittel als den Anforderungen nicht gerecht werdend qualifiziert wurden, hatte Herwig Wetzlinger Spiel brieflich am 17. Jänner 2007 darüber informiert, dass einschlägige Abteilungen in Linz, Wien und Graz so nachgerüstet worden wären, dass man sie als "geschlossene Station" bezeichnen müsse. Am 5. März entschied Spiel sich jedoch für sperrbare Fenstergriffe und Scharniersicherungen in dem betroffenen Bereich. Auch der Idee, die Station in das Parterre zu verlegen, wurde übrigens nicht nahe getreten.
Begrüdungen. Für beide Entscheidungen gibt es laut einem Insider plausible Begründungen: "Das Konzept für eine geschlossene Station hätte aus dem Haus ein Gefängnis gemacht. Und die Verlegung in das Parterre hätte Fluchtversuche provoziert." In den Blickpunkt ist jetzt auch die Frage geraten, ob der Personalstand die Betreuung von Problempatienten in einer Weise zulässt, damit es gar nicht erst zu solchen Vorfällen kommt. Das medizinische Personal sandte jedenfalls nach der vor zwei Wochen erfolgten Entlassung von Spiel (die mit diesem Vorfall in keinem Zusammenhang steht, sondern Haftungsfragen als Hintergrund hat) einen Notruf an Med-Direktor Thomas Koperna. Der lehnte die gewünschte temporäre Schließung einer Station jedoch als nicht erforderlich ab.













