Vergewaltigung: Ankläger kritisiert Opfer-Betreuer
Drei Tage, nachdem ein Vergewaltigungs-Prozess am Landesgericht Klagenfurt vertagt werden musste, hagelt es Kritik an drei Betreuerinnen des Opfers.
Die Mitarbeiterinnen der "Psychiatrie des Kindes- und Jugendalters" am LKH Klagenfurt hatten in dem Geschworenenverfahren die Aussage verweigert.
Nach Jahren aufgeflogen. Wie berichtet, soll eine 15-Jährige von einem 60-Jährigen vergewaltigt worden sein. Opfer und Täter lernten sich in einem Reitstall kennen. Erst nach Jahren - als die Jugendliche schon zahlreiche Selbstmordversuche hinter sich hatte - flog der Fall auf. "Das LKH erstattete Anzeige. Und obwohl das Spital die Sache ins Rollen brachte, wollen die Verantwortlichen jetzt nichts sagen", so Staatsanwalt Franz Simmerstatter. "Wie soll die Wahrheit ans Licht kommen, wenn die Hauptzeugen schweigen, denen sich das Mädchen anvertraute?" Rein rechtlich steht es Ärzten und Co. zu, ihre Aussage zu verweigern.
Aussage gegen Aussage. "Doch in diesem Fall ist es für das Opfer kontraproduktiv", findet auch Chefankläger Gottfried Kranz. Denn der Verdächtige bestreitet alles. Es steht Aussage gegen Aussage. Der Mann könnte frei kommen. "Die Betreuer - eine Ärztin, eine Psychologin und eine Pflegerin - hätten den Geschworenen schildern können, wie es war, als das Opfer von den Übergriffen erzählte", betont Simmerstatter. Egal, was herausgekommen wäre, es hätte der Wahrheitsfindung gedient.
Keine Stellungnahme. Warum die Zeugen nicht aussagen wollten, bleibt unklar. Vom LKH gibt es dazu keine Stellungnahme. Theoretisch könnten die Betreuer auch auf Wunsch des Opfers geschwiegen haben.













