Der Wind jenseits von Afrika
Tommy Topp (59), Barbara Müller (33) und Michael Hochkofler (35) erforschen im südafrikanischen uKhahlamba Drakensberg Park die Malerei der Buschmänner.

Foto © kk/privat
In Afrika kann etwas am Morgen wahr erscheinen und zu Mittag bereits eine Lüge sein. Es ist wie mit dem See, den man hinter der von der Sonne zu Salz gebackenen Steppe zu erkennen vermag. Man glaubt zu wissen, dass es ihn nicht gibt und plötzlich steht man vor ihm." - Ernest Hemingway hat Afrika und seine Eigenheiten geliebt. Eigenheiten, die den Österreicher Tommy Topp zurück an seine Wurzeln geführt haben - nach Südafrika.
Alltag auf Stein.
Dort, im 242,813 Hektar großen uKhahlamba Drakensberg Park hat der inzwischen in Klagenfurt als Sprachcoach lebende Topp einen Traum verwirklicht: Gemeinsam mit den Kärntnern Barbara Müller und Michael Hochkofler hat sich Topp auf die Suche nach den Spuren der "Buschmänner" gemacht. Es sind Stämme wie die San, Sho, Basarwa, !Kung oder Khwe, die ihre Geschichten, ihren Alltag und ihr Leben in Stein festgehalten haben.
4000 Jahre
Weltkulturerbe.
Rund 500.000 dieser Zeichnungen, die sich über einen Zeitraum von über 4000 Jahren spannen, gibt es allein im Drakensberg Park, der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. "Es ist als würden diese Bilder sprechen. Sie sind oft gut versteckt, aber wenn man einmal erst vor ihnen steht, erwachen sie zum Leben und erzählen eine Geschichte", sagt Topp.
500 Fundstellen.
Rund 50 Fundstellen haben der gebürtige Südafrikaner, der inzwischen die österreichische Staatsbürgerschaft angenommen hat, und seine beiden Begleiter während ihrer rund dreiwöchigen Expedition katalogisiert. Mittels GPS-Empfängern konnte somit etwa ein Zehntel der rund 500 vermuteten Fundstellen im Park erstmals exakt festgelegt werden. "Früher gab es nur vage Beschreibungen - etwa: Geh drei Kilometer auf den Berg zu, wo sich der Weg gabelt nach links, dann beim dritten Stein rechts", erinnert sich Topp an die oft von Mühen begleitete Suche der in alle Windrichtungen zerstreuten Spuren.
Akademischer Hintergrund.
Kein alltägliches Unterfangen - aber ein äußerst zielführendes mit akademischem Hintergrund: "Barbara hat mir von einem Kurs an der Universität Klagenfurt erzählt, in dem es um die Verwaltung von geschützen Bereichen, beispielsweise als Naturparks. ging. Das war der Auslöser", sagt Topp. Nachsatz: "Ich habe in meinem Leben viel gesehen, war Soldat, Verwalter, Personalchef - für mich war es Zeit den Menschen etwas zurückzugeben."
Für die Ewgikeit.
Nicht nur die Parkverwaltung, sondern auch die südafrikanische Regierung nahm die Hilfe aus Kärnten gerne an - bereits heute gilt die von ihnen erstellte Datenbank als die genaueste, trotz der noch fehlenden Fundstellen. "Mein Sohn ist dabei mein Unternehmen für Business-Englischkurse zu übernehmen und ich werde das Projekt weiter bearbeiten", freut sich Topp auf die Zukunft - und auf neue Sensationen: Denn bereits vier Fundstellen, die das Team fand, waren selbst in den ältesten vorhandenen Dokumenten nicht verzeichnet. Deshalb gibt es jetzt im Drakensberg Park auch "Michaels Felsen" und "Barbaras Felsen" - für die Ewigkeit.













