"Wenn mich die Politik will, muss sie rasch handeln"
Franz Sonnberger über eine mögliche Rückkehr als Chef der Spitals-Holding Kabeg und die Knackpunkte.
Am 31. Dezember scheiden Sie bei der Firma Glock aus. Wissen Sie schon, wo Sie am 1. Jänner arbeiten werden?
FRANZ SONNBERGER: Ja, Derzeit ist das aber nicht die Kabeg.
War der Vorstoß der ÖVP, Sie in die Kabeg zurückzuholen, also vergeblich?
SONNBERGER: Es ist nicht allein die ÖVP. Spitzenfunktionäre aller drei Parteien haben mich wegen einer Rückkehr kontaktiert. Meine Antwort war: Ja, wenn sich alle einig sind, dass man mit mir konkrete Verhandlungen aufnehmen sollte. Und wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
Welche Rahmenbedingungen müssen das sein?
SONNBERGER: Wir haben bis zu meinem Ausscheiden ein sehr gutes System gehabt, konnten das Unternehmen führen wie einen Industriebetrieb und haben Investitionsprogramme durchgezogen, das alles ohne irgendwelche Skandale. Was man künftig bräuchte, wäre ein Commitment, um Leistungen, die im stationären Bereich erbracht werden, mit den zukünftigen finanziellen Mitteln abzustimmen.
Und Ihr Gehalt, das im Vorjahr Knackpunkt bei der Vertragsverlängerung war?
SONNBERGER: Es gibt vergleichbare Unternehmen, wo man weiß, was die Manager bekommen, sowohl im privaten wie im öffentlichen Bereich. Wenn man billig Parteipolitik auf Kosten von Managergehältern machen will, wird man zukünftig ein Problem haben, weil man niemanden Qualifizierten mehr finden wird. Ich bin ja nicht um einen Job vorstellig geworden. Wenn man an meiner Leistung interessiert ist, wird man mir ein auch in Bezug auf die Größe des Unternehmens angemessenes Angebot machen.
Nicht wenige meinen, warum soll er sich das überhaupt noch einmal antun: Was würde Sie an der Kabeg reizen?
SONNBERGER: Das Reizvolle wäre sicherlich die Umsetzung des LKH neu - mit einer sinnvollen Vermarktung des Know how für das Land. Dieses Projekt gibt es in der Form nirgendwo sonst in Europa. Wenn alle verantwortlichen Kräfte mitspielen, könnten wir zu einem Modell-Land werden. Mit einem Modell zwischen öffentlichen und privaten Anbietern, das auch finanzierbar wäre.
Lässt sich abschätzen, wie viel Porzellan Ihr Kurzzeit-Nachfolger Professor Dieter Mandl wirklich zerschlagen hat. Und wo muss man am schnellsten mit dem Kitten anfangen?
SONNBERGER: Bekannt sind nur die Kosten der Gutachten, die Professor Mandl in Auftrag gegeben hat. Was monetär vorerst nicht bewertbar, aber viel schwerwiegender ist: Mandl hat in kurzer Zeit einen Teil der bis dahin gut funktionierenden Unternehmenskultur vernichtet. Jetzt steht man vor der Situation, dass Leute, die gut miteinander gearbeitet haben, plötzlich nicht mehr miteinander können. Es gibt sicher auch einen Produktivitätsverlust durch passive Resistenz. Das kann man ins Lot bringen, wenn man als Instanz anerkannt ist. Das ist eine große Herausforderung.
Könnte es beim Großprojekt LKH neu Probleme geben?
SONNBERGER: Der kaufmännische Direktor Herwig Wetzlinger erhebt meines Wissens bis zum Jahresende einen Finanzstatus. Bei der Hardware, dem Bau, glaube ich nicht, dass man in Verzug ist. Ein Fragezeichen ist aber die Betriebsorganisation, wo viel Geld drinnen liegt. Von ihr hängt die Folgekostenentwicklung ab - und somit die Refinanzierbarkeit des Hauses.
Dass sich dieses Finanzierungsmodell nicht ausgeht, darauf hat mehrfach der Klagenfurter Steuerberater und Wirtschaftstreuhänder Johann Neuner gepocht. Seit zwei Wochen sitzt er jetzt auf einem ÖVP-Ticket selbst im Aufsichtsrat der Kabeg. Was halten Sie ihm entgegen?
SONNBERGER: Neuner braucht sich nur die Unterlagen anzuschauen, dann weiß er, dass die Finanzierung machbar ist. Aber natürlich bedarf es dazu stringenter Vorgaben und eines guten Managements.
Wie viel Zeit hat die Politik, wenn man Sie wirklich zurück im Kabeg-Chefsessel haben will?SONNBERGER: Ich will sicher kein Wahlkampfthema sein. Wenn man sich schnell entscheidet, kann man Gespräche mit mir aufnehmen. Ansonsten wird aus der Geschichte nichts.













